Ein Recyclingwettbewerb trägt Früchte – Studentenwohnheim Vauban

Den Bioabfall von den Studenten WGs im Wohnheim in fruchtbare Erde für die Studenten verwandeln. Kosten für Restmüll senken und dabei indirekter Bodenschutz durch die Vermeidung des Kaufs von torfhaltiger Erde.

Das sind die Beweggründe warum der Energieagent Clemens Wulf ein Pilotprojekt angestoßen hat, das zum Ziel hat Biomüll direkt an dem Ort zu recyclen und zu verwenden, an dem er entsteht. Das Bioabfall-Recycling-System ist inzwischen vom Studierendenwerk für eine Pilotphase von sechs Monaten genehmigt worden.

Man sollte meinen, dass Recycling heutzutage Standard in Deutschland sei – nicht zuletzt in Freiburg! Leider ist das nicht immer der Fall, auch im Studentendorf Vauban fehlt bisher die Möglichkeit, den Biomüll angemessen zu trennen.

Grund ist wahrscheinlich die schlechte Qualität des von den Studenten getrennten Bioabfalls im Wohnheim. Dieses Thema wurde deshalb von den Energieagenten des Studentendorfs Vauban im Zusammenhang des Recycling-Wettbewerbs aufgegriffen.

Clemens Wulf kreierte ein Recyclingsystem in Zusammenarbeit mit Monika Lührs – Gründungsmitglied von Transition Town Freiburg.

Das Recycling-System beruht auf der sogenannten Bokashierung, dabei können Bioabfälle schon innerhalb von 2-3 Monaten humifiziert/mineralisiert werden. Die traditionelle Kompostierung in einem Komposter dauert mindestens 6 Monate und kann unter Umständen dazu führen, dass Ratten oder anderes Ungeziefer angelockt werden. Das Studententaugliche Rescycling-Bokashi-System schließt diese Gefahr durch den Einsatz von Metallfässern aus!

Doch was ist überhaupt Bokashi!?

Bokashi kommt aus dem japanischen und bedeutet „das fermentierte organische Material“. Dabei wird der aufkommende Biomüll für drei Wochen unter Luftabschluss in einem Behälter fermentiert.

Bei diesem Projekt wird täglich der „frische“ Biomüll in einen 10-25 Liter Lebensmittel-Mensa-Eimer gefüllt. Während der Einbringung besprüht man den Biomüll mit einer Lösung aktivierter effektiver Mikroorganismen (EMa), welche den Fermentationsprozess beschleunigen.

[Ema = aktivierte effektive Mikroorganismen, welche die Fermentation explizit fördern]

anfang

Nach dem Befüllen wird eine etwa 2 cm Schicht Streu aufgebracht und anschließend wird der Eimer verschlossen.

Wichtig hierbei sind die Grundvoraussetzungen damit eine Fermentation stattfinden kann:

Luftausschluss (anaerob)

Feuchtigkeitsgehalt < 33 %

Der hohe Feuchtegehalt von dem frischen Biomüll wird unter Beimengung der Streu reduziert.

Jede teilnehmende WG erhält:

  • eine Sprühflasche, durch effektive Mikroorganismen aktiviert [EMa],
  • Tagesmüllbehälter, für den täglich aufkommenden Biomüll,
  • Streubehälter; Zusammensetzung aus Sägemehl, Kaffeesatz, Urgesteinsmehl und Kohle.

Streuequitment

  • Biomüllbehälter; für die Entsorgung des Biomülls aus dem Tagesbehälter.

Die befüllten Bokashi-Behälter werden an der Bokashi-Annahme abgegeben. Nach 2-3 Wochen wird der so vorfermentierte Bioabfall für die finale Lagerung von etwa 8 Wochen in ein Metallfass gegeben. Nach dieser Zeit ist der Bioabfall schon soweit zersetzt, dass er für die Anwendung im Vaugarten bereit ist.

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Aber den Teilnehmenden WGs wird auch ein Teil dieser Bokashi-Erde zur Verfügung gestellt. Die Studenten haben außerdem die Möglichkeit, einen alten Kaffeesack als Minihochbeet zu verwenden um eigenes Gemüse anzubauen.

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Die erste Bokashi-Erde ist bereits fast fertig! 

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Nach ca. 2 Monaten kann man die schwarzen Schichten erkennen, der inzwischen zersetzte Bioabfall.

Das Projekt soll noch bis Oktober fortgeführt werden. Eine Problematik gibt es noch: Teilweise ist der Bioabfall zu groß, um schnell zersetzt zu werden. Daher ist der Plan, eine mobile Häcksleranlage zu errichten, welche mit einer Solaranlage betrieben wird. So könnte der Bioabfall der Studenten auch zusammen mit dem von anderen Haushalten in der Vauban gehäckselt werden um ihn zu kompostieren bzw. zu bokashieren.

Dieses Projekt wurde unter anderem bereits auf dem SAMSTAGS-FORUM Regio Freiburg  vorgestellt und wird in der aktuellen Ausgabe des Info Vauban, Seite 6, erwähnt.

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