Finanzielle Hilfe fürs Studium – Tipps und Tricks vom „Stipendien Info-Tag“ Teil II

Jeder kann sich auf ein Stipendium bewerben. Es gibt Stipendien für Bachelor,- Master-, Lehramststudierende und Promovierende. Viele haben schon mit dem Gedanken gespielt, sich zu bewerben; viele Bewerber sind jetzt erfolgreiche Stipendiaten. Beim „Stipendien Info-Tag“ am 14.11. berieten erfolgreiche Stipendiaten zu diversen Stipendien. Ich habe zwei Studierende begleitet, die sich auf die Suche nach dem passenden Stipendium begaben, und erfuhren, welches Stipendium für sie das Richtige ist. Welches Stipendium für Dich das Richtige sein könnte, erfährst Du in diesem Artikel.

 

 

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Michael Wenzel vom Service Center Studium verschafft den Zuhörern einen allgemeinen Überblick über die Vielzahl an Stiftungen und Stipendien.

Der „Stipendien Info-Tag“ am 14.11. begann mit einem einführenden Vortrag von Michael Wenzel. Michael Wenzel vom Service Center Studium referierte über die verschiedenen Stiftungen, die Stipendien vergäben, über die Kriterien, mit denen Bewerbungen bewertet würden, und über die Erfolgsquote einer Bewerbung. Der Vortrag richtete sich an alle Interessierten.

Wer den Vortrag verpasst hat, kann sich die dazugehörige Powerpoint Präsentation im Internet downloaden. Der Link dazu befindet sich am Ende dieses Artikels.

Im Anschluss an Michael Wenzels Vortrag konnten die Studierende sich zwei weitere Vorträge zu Auslands- und Promotionsstipendien anhören oder sich kostenlos von einigen Stipendiaten der vorgestellten Stiftungen zu den jeweiligen Stipendien beraten lassen. Ich habe zwei Studierende, Sophie und Julian, bei der Suche nach dem passenden Stipendium begleitet.

 

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Sophie (r.) und ihre Komilitonin beim „Stipendien Info-Tag“ in der Mensa im Institusviertel.

Sophie hat ihren Bachelor in Umweltwissenschaften in Maastricht absolviert. Seit vier Wochen ist sie nun in Freiburg, um ihren Master zu erlangen: Neue Stadt, neue Uni, neue Leute. Neues Stipendium? „Ich suche schon, aber weiß halt nicht, was es so gibt“, sagt Sophie. Vom „Stipendien Info-Tag“ erhofft sie sich Aufklärung. Gemeinsam mit einer Kommilitonin sucht sie die Informationsstände der zahlreichen Stiftungen auf und lässt sich beraten.

 

 

Sophie ist nicht die Einzige. Viele Studierende suchen ein Stipendium, verlieren bei der Vielzahl an Stiftungen aber den Überblick. Dabei kann sich jeder ganz einfach einen Überblick verschaffen, indem er die folgenden Fragen für sich beantwortet:

 

  • Möchte ich ein Inlands- oder Auslandsstipendium?
  • Komme ich aus einer Akademikerfamilie oder nicht?
  • Würde ich mich selbst als sozial oder politisch engagiert bezeichnen?
  • Wie gut sind meine Noten?

 

Die Frage zum Auslandsstipendium kann Sophie sofort beantworten: Sie würde gerne mal nach Japan. Die Studienstiftung des deutschen Volkes könnte da passend für sie Sophie sein, denn die Studienstiftung vergibt Auslandsstipendien. Dafür allerdings muss man bereits ein Inlandsstipendium haben und das Fördergeld dieses Stipendiums würde im Falle eines Auslandsaufenthaltes aufgestockt.

Wer sich bei der Studienstiftung des deutschen Volkes bewerben möchte, braucht dazu einen Hochschulvorschlag. Ein Hochschulvorschlag ist die Empfehlung für ein Stipendium durch einen Hochschulprofessor. Wer neu im Studiengang ist, so wie Sophie, hat natürlich noch nicht viel Gelegenheit gehabt, die Profs von seinem Können zu überzeugen. Allerdings könne man einfach einen Dozierenden bitten, den Prof zu fragen, rät ein Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

 

Stipendien für Studierende mit nicht-akademischem Hintergrund

 

Das Stipendium scheint Sophie trotzdem nicht recht zuzusagen. Ihre Noten sind nicht außergewöhnlich gut. Das könnte sie zwar durch ein besonderes Engagement ausgleichen, aber Sophie winkt ab. „Ich glaub, mit dem Engagement, das wird schwierig.“

Neugierig sucht sie weitere Stände auf. Auch Stiftungen wie die Heinrich-Böll-Stiftung oder Arbeiterkind.de fallen für sie raus. Nicht nur, weil sie keine Auslandsstipendien anbieten, sondern auch, weil Sophies Mutter studiert hat. Sowohl die Heinrich-Böll-Stiftung als auch Arbeiterkind.de fördern schwerpunktmäßig Studierende mit nicht-akademischem Hintergrund. Ob Sophie bei gut 1000 Bewerbungen auf ungefähr 100 Stipendien eine Chance hätte, bleibt allerdings offen.

 

Studieren auf Mauritius

 

Schließlich landet Sophie beim Stand von International Office. Neben den üblichen Prospekten und Süßigkeitentütchen zum Mitnehmen steht auf der Auslage ein Laptop. Zu sehen ist eine Diashow mit Bildern von Sandstränden, Palmen und braungebrannten jungen Menschen, die in die Kamera lachen.

Das International Office vergibt Auslandstipendien, und zwar – im Gegensatz zu ERASMUS – europaübergreifend. Die Bilder der Diashow legen Zeugnis davon ab: Ein Stipendiat des International Office hat sie während seines Auslandaufenthalts auf Mauritius geschossen. Das International Office könnte aber genauso gut einen Aufenthalt in Japan begleiten. Sophie fühlt sich angesprochen.

Bei der Stipendienvergabe durch das International Office spiele neben dem Engagement und der Note auch die Sinnfälligkeit des Vorhabens eine Rolle, erklärt man Sophie am Stand. Ungefähr 30 Prozent der Bewerbungen würden angenommen, was im Vergleich zu anderen Stipendien eine hohe Quote wäre.

Sophie ist zufrieden. Sie findet, die Stipendien des International Office entsprechen am ehesten ihren Voraussetzungen und Bedürfnissen: „Da bewerbe ich mich bestimmt.“

 

Stipendien für Erstsemester

 

„1,3“, beantwortet Julian die Frage nach seinem Notendurchschnitt stolz. Julian meint damit seine Abiturnote, denn Prüfungen an der Uni hat der Erstsemester der molekularen Medizin noch keine absolviert.

„Ich überlege, ins Ausland zu gehen, deshalb war ich bei Erasmus und Studieren im Ausland“, sagt Julian. Er informiert sich aber auch ganz allgemein über Stipendien.

 

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Julian malt sich gute Chancen auf ein Stipendium aus. Seine guten Noten und sein soziales Engagement untermauern seine Annahme.

Julian ist Oberministrant bei der Seelsorge. Seine Mutter arbeitet im Landgericht und sein Vater ist Verkäufer. Beide haben nicht studiert. Julian weiß, dass Arbeiterkind.de, die Heinrich-Böll-Stiftung oder die Friedrich-Ebert-Stiftung für ihn interessant sein könnten, da sie vorrangig Kinder nicht-akademischer Familien fördern.

Darüber hinaus sind die Heinrich-Böll- und die Friedrich-Ebert-Stiftung parteinahe Stiftungen – die Erste steht den Grünen nahe, die Zweite der SPD. Weitere Parteinahe Stiftungen sind die Friedrich-Naumann- Stiftung (FDP), die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke) und die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU).

 

Die parteinahen Stiftungen legen häufig Wert auf besonderes Engagement, wobei das Engagement nicht parteilich sein muss. Wer sich bei einer parteinahen Stiftung bewirbt, sollte sich außerdem mit den Werten der jeweiligen Partei identifizieren können.

Julian kann sich das vorstellen. Er sagt, dass er sich auch für politische Dinge interessiere. Sein Favorit unter den insgesamt 23 Stiftungen, die beim „Stipendien Info-Tag“ vertreten sind, ist dann auch die Konrad-Adenauer-Stiftung. Julian fühlt sich besonders wegen seiner Tätigkeit als Ministrant dorthin gezogen: Ich denke einfach, dass ich da echt weit kommen kann mit meinem Engagement.“

 

Link zu den Vortragsfolien von Michael Wenzel vom Service Center Studium: http://www.swfr.de/fileadmin/downloads/geld/geld/151105__vortrag_stip_infotag_.pdf

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