Bis der Bagger kommt…

Das ArTik ist ein Ort an dem gezeichnet, getanzt, organisiert und Musik gemacht wird. Ende des Jahres könnte damit aber Schluss sein. Auf Grund der neuen Straßenbahnlinie wird die ehemalige Unterführung am Siegesdenkmal dann nämlich mit Beton aufgefüllt. Doch wo sollen die ganzen jungen kreativen Köpfe dann hin?

In den Köpfen der PR Menschen der Freiburger Kulturinitiative ArTik raucht es seit geraumer Zeit. Denn mit dem Bau der neuen Straßenbahnlinie steht ein bedeutendes Stück der Freiburger Jugendkultur auf der Kippe. Über 16 Jahre bietet die ehemalige Straßenunterführung jetzt schon jungen Menschen einen Ort sich künstlerisch auszutoben, ohne direkt an finanziellen Barrieren zu scheitern.

Marie Kemmner ist seit mehreren Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Die Suche nach einem neuen Standort ist für sie eine Aufgabe, die unbedingt gemeistert werden muss. Momentan treffen sich um die 10 Gruppen regelmäßig im Artik, darunter der Chaos Computer Club, Viva Con Agua sowie verschiedene Tanzgruppen, Künstler und Bands.
„Es wird sicherlich schwierig für die Gruppen irgendwas zu finden, wo sie kostenlos sich treffen können um ihre Sitzungen zu halten“. Meint die 23-jährige Studentin. „Es könnte auch sein, dass sich Gruppen dann auflösen müssen.“

Um ganz Freiburg auf die Problematik aufmerksam zu machen wurden bereits überall in Freiburg Plakate mit den Gesichtern hinter dem ArTik angebracht. Am 14. November fand ein Zukunftsmarkt statt, bei dem über mögliche Standortwechsel diskutiert wurde. Zur Debatte standen dort unter anderem das ADAC Gebäude am Karlsplatz sowie Räume des QU Clubs am Fahnenbergplatz. Ganz aktuell steht ein ehemaliger Edekamarkt in der Mertzhauserstraße in Aussicht. Sicher ist jedoch noch nichts – für die Kulturinitiative alleine ist die Miete zu hoch und auch die Stadt Freiburg hat noch keine Zustimmung zu den Plänen gegeben.

marie_artik

Auch Marie ist auf den Plakaten zu sehen.

Sollte wirklich keine Lösung gefunden werden, müssten die vielen jungen Kreativen die im und um das ArTik herum tätig sind sich zunächst mit einer Übergangslösung zufrieden geben. Bis der Bagger jedoch wirklich kommt, werden sie alles Erdenkliche tun, einen neuen Ort zu finden. Denn ohne das Artik könnten viele Jugendliche bald wortwörtlich im Regen stehen. Viele von ihnen kommen jeden Tag in das Jugendzentrum, machen dort ihre Hausaufgaben und treffen Freunde. Für sie ist das ArTik eine Art Wohnzimmer und die Standortsuche eine Suche nach einem neuen Zuhause.

2 Gedanken zu “Bis der Bagger kommt…

  1. Das Artik als Jugendzentrum zu bezeichnen ist finde ich persönlich nicht richtig. Zu Zeiten in der Unterführung wurden zwar Räumlichkeiten an Nutzergruppen zur Verfügung gestellt allerdings standen die Partys, Alkohol und Profit immer im Vordergrund. Das ADAC Gebäude hatte ein riesiges Potential was von den Verantwortlichen leider nicht genutz wurde bis jetzt fand noch keine einzige offene Veranstaltung oder die zur Verfügungstellung des sosehr geforderten Freiraums für Jugendliche statt, welche ein Jugendzentrum eigentlich anbieten sollte. Für einen Gemeinnützigen Verein der seinen Bildungsauftrag nicht erfüllt sollte die Stadt kein Geld ausgeben!

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