Trommeln um den Kopf frei zu kriegen

Egal ob bei Stess, Beziehungsproblemen oder Unausgeglichenheit. Reggeakünstler Original Mystic Alpha ist sich sicher: Trommeln hilft! Ich war beim Tanz- und Trommelworkshop des Internationalen Clubs und konnte neben Tipps zum richtigen Taktgefühl auch ein Stück ghanaische Kultur mitnehmen.

Als ich in die Mensa Rempartstraße komme, steht die erste Teilnehmerin schon vor ihrer Trommel und übt. „Die anderen kommen bestimmt später, wir haben gestern noch zusammen gefeiert“, erklärt sie mir.

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Original Mystic Alpha beim Fufuessen mit den Kursteilnehmerinnen

Zehn Minuten später kommt Original Mystic Alpha, der Kursleiter mit vier anderen Trommelbegeisterten. Er hat Fufu mitgebracht, ein Gericht aus Ghana. „Reste von gestern“ erklärt er mir. Nach der gestrigen Trommelstunde habe er die Kursteilnehmer zu sich nach Hause zum Kochen eingeladen. Wir setzen uns und essen mit den Händen. Dabei erzählt mir Original Mystic Alpha seine Geschichte. Von Ghana führte die Reise des Reggae Künstlers zunächst nach Spanien, wo er in Valencia als Professor für traditionelle afrikanische Musik für Trommeln und Tanzen arbeitete. Dort dauerte ein Anfängerkurs drei Monate, so lange braucht man laut Original Mystic Alpha auch, um das Trommeln wirklich professionell zu erlernen. Der Kurs des Studierendenwerks sei daher mehr ein erster Einblick in die vielen Möglichkeiten des Trommelns.

„Das erste was du beim Trommeln lernen musst“ erklärt er mir, „ist wie du deinen Körper aktivierst“. Deshalb zeigt er auch seinen Schülern als aller erstes Fingerübungen. „Ansonsten passiert sowas“ sagt er und zeigt mir die Hand einer Schülerin, deren Finger geschwollen sind. Na gut, das will ich nicht. Original Mystic Alpha hat eigentlich mal Philosoph studiert. Heute bezeichnet er sich selbst als „Drum Doctor“. Jede der Trommeln, auf denen wir heute trommeln werden, wurde von ihm selbst gebaut. „Um eine Trommel wirklich gut spielen zu können, muss man sie gut kennen.“ Deshalb erklärt der Musiker, neben der richtigen Technik, den Teilnehmern des Workshops auch die Geschichte jeder Trommel. Wichtig sei außerdem über die verwendeten Materialien aufgeklärt zu sein. Damit sich eine mit afrikanischer Ziegenhaut bespannte Djembé im kalten Deutschland wohlfühlt, müssen beispielsweise Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen im Auge behalten werden, damit das Trommelfell nicht reißt.

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Nele beim Trommeln

„Das ist schon mehr als Trommeln, was wir hier lernen“ lacht Teilnehmerin Nele. Die 19-jährige Germanistikstudentin hat ihre Liebe zur afrikanischen Musik, zum Trommel- und Tanzworkshop geführt. Neben der musikalischen Weiterbildung sei das Erlernen der Trommelabfolgen außerdem auch eine Art von Gedächtnistraining. Teilnehmerin Natalie findet es hingegen besonders schön, den Kopf beim Musikmachen einfach mal auszuschalten. „ Das ist schon ein sehr auditives Erlebnis, einfach den Rhythmus im Körper zu fühlen“. Die 21-jährige studiert Heilpädagogik und möchte das Trommeln nach dem Workshop auf jeden Fall regelmäßiger in ihren Alltag integrieren.

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Teilnehmerin Natalie

„Trommeln ist wie Yoga“ meint Workshopleiter Original Mystic Alpha darauf. Durch die klare Fokussierung der Gedanken auf den Vorgang des Trommelns könne man sich in einen meditativen Zustand versetzen, der den Alltagsstress vergessen macht.

Original Mystic Alpha lernte das Trommeln in Ghana bei seinem Vater, der ebenfalls Musiker ist. Seit vier Jahren lebt er in Freiburg und hat als International Coordinator des Internationalen Clubs Kontakte zu Menschen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen geknüpft. „Der Workshop ist eine sehr schöne Art von kultureller Vermittlung“, meint Teilnehmerin Nele. Beim gemeinsamen Kochen und aus Original Mystic Alphas Erzählungen hat die Gruppe viel über die afrikanische Kultur erfahren.

Das Fufu ist fast leer und auch die Becher mit dem Palmsaft haben sich geleert. „Wir fangen jetzt an zu proben“, sagt Alpha. Schließlich steht Ende Januar der Auftritt beim African Kiss Festival in der Mensa Rempartstaße an.


Musik von Original Mystic Alpha gibt es hier zu hören: https://soundcloud.com/originalmysticalpha

Im Terminkalender vermerken sollte man sich auf jeden Fall das African Kiss Festival, das am 30. Januar in der Mensa Rempartstraße stattfindet. Mehr Infos gibt’s unter: http://www.africankiss.de . Der Erlös des Festivals geht in ein Ausbildungsprojekt nach Komenda in Ghana.

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