3 Tipps, wie ihr euer Fahrrad repariert und wartet

Die Sonne scheint, das Lunchpaket ist gepackt, die Route rausgesucht, ihr schwingt euch aufs Rad – und stellt enttäuschend fest, dass ihr einen Platten habt. Ein funktionierendes Zweirad ist essentiell in der Fahrradstadt Freiburg. In diesem Artikel möchte ich euch das wichtigste rund um die Reparatur und Wartung eures Drahtesels verraten, damit ihr beim schönen Wetter nicht blöd da steht.

  1. Reifen flicken

Einen Reifen zu flicken ist nicht so schwer, wie viele glauben, und kann von jedem selbst gemacht werden. Alles, was man dazu benötigt, ist

  • 15er Maulschlüssel
  • Montagehebel oder Schlitzschaubenzieher
  • Flickset

 

Den Reifen von der Gabel lösen

 

Als erstes dreht man das Fahrrad rum und stellt es so hin, dass es stabil auf dem Lenker und dem Sattel steht. Als nächstes solltet ihr den Reifen von außen inspizieren. Steckt noch ein Nagel oder ein Dorn im Mantel, entfernt diesen. Je nachdem, wie sehr der Mantel beschädigt ist, muss gegebenenfalls ein neuer gekauft werden. Solange der Schlitz allerdings nicht größer als ein bis zwei Zentimeter ist, seid ihr mit eurem alten Mantel noch gut bedient.

Nun hängen wir die Bremsen aus. Dazu drücken wir einfach die Bremsbacken zusammen und haken das Bremsseil aus, damit wir den Reifen von der Felge nehmen können. Vorher müssen wir jedoch mit dem 15er Maulschlüssel die Radmuttern, die den Reifen mit der Radgabel befestigen, lösen. Ihr findet diese Muttern genau im Mittelpunkt des Reifens.

 

Den Mantel von der Felge nehmen

 

Nachdem ihr den Reifen aus der Gabel gezogen habt, müsst ihr den Mantel von der Felge hebeln. Am besten geht dies mit zwei Montagehebel. Solltet ihr keine haben, eignet sich auch ein Schlitzschraubenzieher. Diese Aufgabe ist ein wenig knifflig, wenn man keine Übung darin hat, aber ihr solltet dennoch vorsichtig vorgehen, um den Schlauch unter dem Mantel nicht zu verletzen.

Am besten schiebt ihr den Mantel mit dem Daumen etwas von der Felge weg und setzt dann den Montagehebel bzw. Schlitzschraubenzieher unter den Rand des Mantels und hebelt so den Mantel über die Felge. Danach solltet ihr problemlos den Rest des Mantels über die Felge hebeln oder mit den Fingern drüberziehen.

 

Den Schlauch aus dem Mantel holen

 

Als nächstes holen wir den Schlauch aus dem Mantel. Hierbei müssen wir darauf achten, dass wir das Ventil nicht beschädigen. Manche Ventile lassen sich einfach in den Mantel hineindrücken, andere müssen vorher abgeschraubt werden. Zu welchen Ventilen euer gehört, findet ihr heraus, wenn ihr ganz vorsichtig versucht, es in den Mantel zu drücken.

 

Das Loch finden und schließen

 

Habt ihr den Schlauch aus dem Mantel genommen, pumpt ihr ihn ein wenig auf. Anschließend haltet ihr in die Schüssel mit dem Wasser und dreht ihn solange, bis kleine Bläschen aufsteigen. Die Bläschen deuten darauf hin, dass Luft aus dem Inneren des Schlauches entweicht. Dort, wo also die Bläschen aufsteigen, muss sich das Loch befinden. Kommen die Bläschen aus dem Ventil, ist wahrscheinlich euer Ventil defekt und ihr braucht einen neuen Schlauch.

Habt ihr das Loch gefunden, kommt das Flickset zum Einsatz. Trocknet die Stelle um das Loch herum gut ab. Dann nehmt ihr das Schmirgelpapier und schleift den Reifen rund um das Loch ab. Die raue Stelle sollte etwas größer sein, als der Flicken. Tragt dann etwas von dem Kleber auf der rauen Fläche auf. Lasst ihn ein wenig antrocknen und zwar solange, bis die Oberfläche nicht mehr glänzt.

Dann zieht ihr die Schutzfolie vom Flicken und drückt den Flicken gut zwei Minuten feste auf die Stelle, wo das Loch ist. Legt alles für zehn Minuten bei Seite. Danach sitzt der Flicken bombenfest und ihr könnt auch die Folie von der Rückseite abziehen.

Es empfiehlt sich zur Kontrolle den Schlauch noch einmal unter Wasser zu halten. Steigen keine Bläschen mehr auf, ist eure Flick-Aktion erfolgreich gewesen und ihr könnt alles wieder zusammen bauen, und zwar in der umgekehrten Reihenfolge wie beim Ausbau.

 

  1. Bremsbacken wechseln

Ihr düst über den Asphalt. Plötzlich rollt ein Ball auf die Straße. Hinter einem Auto taucht ein kleines Kind auf, das dem Ball hinterherrennt. Ihr zieht die Bremsen bis zum Anschlag an, sie leisten keinen Widerstand und ein fieser Unfall ist passiert. Damit es nicht soweit kommt, solltet ihr immer darauf achten, dass eure Bremsen noch ihre Funktion erfüllen.

Bei vielen Rädern lassen sich die Bremszüge vorne am Lenker anziehen. Sollten eure Bremsbacken abgerieben sein, nützt dies allerdings nicht und ihr müsst die Bremsen wechseln. Dazu benötigt ihr folgende Utensilien:

  • Neue Bremsklötze
  • Schraubenschlüssel

 

Die alten Bremsklötze abmontieren

 

Als erstes müsst ihr das Bremsen aushängen. Wie das geht, erfahrt ihr oben. Anschließend dreht ihr mit einem passenden Schlüssel die Muttern ab und nehmt die alten Bremsklötze aus ihrer Halterung. Nun setzt ihr genau an dieser Stelle die neuen Bremsklötze ein. Setzt die Muttern wieder auf und zieht diese ein wenig fest. Ihr solltet sie jedoch nur so weit festziehen, dass es noch möglich ist, die Bremsklötze zu verschieben, denn im nächsten Schritt müssen die Bremsklötze justiert werden.

 

Bremsklötze ausrichten

 

Verschiebt die Bremsklötze nun solange, bis sie beim Anziehen der Bremse genau auf die Mitte der seitlichen Felgenfläche aufsetzen. Auch die Neigung der Bremsklötze lässt sich einstellen: Einfach die Klötze so justieren, dass sie mit der vollen Fläche auf der Felge aufsetzen und nicht bloß mit einer Kante. Habt ihr die Bremsen optimal ausgerichtet, zieht die Muttern richtig fest.

Kontrolliert gegebenenfalls, ob die Klötze beim Anziehen der Bremse immer noch in der idealen Position aufsetzen. Sollte sich durch das Festziehen der Mutter etwas verschoben haben, solltet ihr die Muttern noch einmal lösen und die Klötze etwas nachjustieren.

Bevor ich die Bremsen zum Schluss wieder einhänge, nehme ich immer noch etwas Kettenöl zwischen Daumen und Zeigefinger und fahre damit das Bremsseil entlang, damit die Bremsen sich einwandfrei durchziehen lassen.

 

  1. Pflegetipps

 

Zum Schluss möchte ich euch noch einige Pflegetipps mit auf den Weg geben. Wenn ihr nur ein paar Minütchen in die Pflege eures Rades investiert, könnt ihr seine Lebensdauer beträchtlich verlängern.

 

  • Regelmäßig die Kette ölen: Beim Ölen der Kette kommt es nicht darauf an, so viel aufzutragen, bis alles ordentlich flutscht, denn so kann sich ganz schnell eine Menge Dreck in eurer Kette ansammeln, was früher oder später dazu führt, das die Kette nicht mehr richtig läuft und die Schaltung springt. Versucht stattdessen regelmäßig Öl aufzutragen, dafür jedoch nur einen dünnen Firniss. Ein wenig Öl alle zwei Wochen reicht vollkommen aus und dauert keine Minute.

 

  • Fahrrad putzen: Ja, ich weiß, putzen ist nicht gerade das aufregendste am Fahrradfahren. Und wenn ihr auf eurem Weg zur Uni nicht die Downhill-Strecke am Roßkopf runtergeschlittert kommt, sollte euer Fahrrad auch nicht allzu versaut sein. Dennoch: Schmutz sammelt sich immer am Fahrrad an und hält die Feuchtigkeit fest, was die Rostentwicklung beschleunigt. Achtet deshalb darauf, euer Rad ab und zu zu reinigen. Es wird es euch mit einer langen Lebensdauer danken.

 

  • Schrauben nachziehen: Durch die Vibrationen, die beim Fahren entstehen, kann es passieren, dass sich Mutter und Schrauben lösen. Meistens passiert nichts, aber schaut doch zur Sicherheit bei den nächsten Wartungsarbeiten einfach mal, ob noch alles festsitzt und zieht gegebenenfalls die Schrauben etwas nach. Jedoch nicht zu feste, denn wie mein handwerklich begabter Großvater immer zu sagen pflegte: Nach fest kommt lose.

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