Was macht ihr eigentlich in den Weihnachtsferien?

Die Weihnachtszeit kann für die Einen erholsam sein, für Andere jedoch leider auch Prüfungsstress bedeuten.

Wir haben uns unter den Studierenden auf dem Campus Freiburg mal umgehört, was sie in den Weihnachtsferien so vorhaben und wie sie die Weihnachtszeit überhaupt finden. Feiern sie beispielsweise traditionell bei den Eltern in der deutschen Provinz, im Studentenwohnheim mit Freunden oder doch alleine zu Hause? Und mit was verbringen sie die restliche Zeit?

Von: Vera Meuret und Vanessa Vögtle

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Jasmin, 23, studiert Betriebswirtschaftslehre im 6. Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

„Bei uns läuft Weihnachten seit meiner Kindheit immer gleich ab. Natürlich ist die ‚Heimlichtuerei‘, woher denn die Geschenke unterm Weihnachtsbaum plötzlich kommen, weggefallen, aber im Grunde ist alles beim Alten geblieben. Meine Mutter, mein Bruder und ich gehen zusammen in die Kirche und trällern ein paar Weihnachtslieder, während mein Vater zu Hause den Tisch für unser Fleisch-Fondue deckt. Für mich als inzwischen Fast-Veganerin natürlich ein besonderes Vergnügen, aber natürlich gibt es auch immer eine leckere Alternative für den Öko am Tisch.
Nachdem wir uns der Völlerei hingegeben haben, rollen wir uns ins Wohnzimmer und machen, mit traditioneller Modellbahn um den Weihnachtsbaum, Bescherung. Dabei steigt natürlich die Laune, sowie unser Weinkonsum, sodass wir bis spät in die Nacht angeheitert beieinander sitzen und den Weihnachtszauber genießen.“

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Eyal, 23, kommt aus Israel, studiert Medienkulturwissenschaft im 3. Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

„Dieses Weihnachten werde ich mit der Familie von meiner Freundin feiern, teilweise nicht weit weg von Freiburg, in Buchenbach, das ist ein kleines Dorf, und dann noch ein paar Tage auf der schwäbischen Alb mit der ganzen schwäbischen Gang. Da freu ich mich auch drauf, ist eine schöne Zeit, da liegt auch oft schon Schnee. Mein erstes Weihnachten in Deutschland war eigentlich 2010, das war durch ein Austauschprogramm mit Deutschland im Sommer. Dort habe ich beschlossen, dass ich irgendwann mal in Deutschland studieren will. Im Winter hab ich meinen Gastbruder Stefan besucht, der hat auch in Freiburg studiert, ein guter Freund von mir. Das hab ich in Oberbayern gefeiert mit seiner Familie, das war auch sehr sehr schön. Bei uns in der Familie feiern wir das eher nicht, weil wir Juden sind, zwar nicht so religiös, aber trotzdem. Wir haben Hanukka zu der Zeit, ein anderes Fest. Es gibt nicht wirklich Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Festen, aber es gibt so Motive, die in beiden wichtig sind, die Motive des Lichts. An Weihnachten und auch an Hanukka ist das Licht ein sehr großes Thema. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass man im Winter diese Lichtquelle braucht. Bei Hanukka ist der Hintergrund auch ein Tempel, man musste im Tempel damals die Menora leuchten. Es gibt auch noch eine ganze Geschichte hinter Hanukka. Weihnachten und Hanukka ist immer fast zu der gleichen Zeit. An Weihnachten spielt die Familie noch eine größere Rolle als an Hanukka, wir haben andere jüdische Feste, wo der Wert von Familie mehr Macht hat, an Hanukka weniger. Ich find es auch cool, dass ich Weihnachten hier so mitfeiern kann, es ist einfach ein schönes Fest an sich.“

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Faye,  21, studiert Volkswirtschaftslehre im 5. Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

Weihnachten verbringe ich dieses Jahr ganz klassisch mit meiner Familie zuhause. Heiligabend verbringen wir im engsten familiären Kreis mit klassischem Weihnachtsessen mit anschließender Bescherung. Am ersten Weihnachtsfeiertag geht es dann zu der Familie meines Freundes. Mit Kaffee und Kuchen geht es dann am zweiten Weihnachtsfeiertag weiter, dort kommt dann die größere Verwandtschaft zusammen mit kleiner Bescherung. Die Winterferien nutze ich grundsätzlich, um mich für die Prüfungen im Januar vorzubereiten, die Weihnachtsfeiertage jedoch sind für mich eine Möglichkeit mich ein paar Tage vom Unistress zu erholen.“

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Khaled, 26, aus Syrien, lernt Deutsch an der Volkshochschule, ist seit einem Jahr in Deutschland, wohnt seit 5 Monaten in einer WG in Freiburg:

„Von Weihnachten habe ich keinen Plan bis jetzt. Wahrscheinlich feiere ich mit meinen syrischen und deutschen Freunden eine Party bis um Mitternacht und danach gehen wir noch irgendwo in die Stadt. Ich könnte zum Beispiel ein arabisches Gericht kochen, „mansaf mlahia“, das ist Lammfleisch mit Reis oder mit Weizengrütze und mit gekochtem Joghurt. Der Joghurt wird mit einer speziellen Technik mit dem Fleisch gekocht. Letztes Jahr war ich mit meinem Cousin, drei syrischen Freunden und einer guten deutschen Freundin, Daria, die uns sehr geholfen hat, hier in Deutschland zurechtzukommen, auf dem Weihnachtsmarkt zum Glühwein trinken. Die Weihnachtslichter  und die vielen Handswerksläden waren sehr schön. An Sylvester werde ich Raclette und Feuerzangenbowle mit Freunden machen. Meine neuen Vorsätze fürs nächste Jahr sind, dass ich den B2- Deutschkurs machen kann, richtig gut Deutsche spreche und Arbeit finde.“

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Lucia, 22, studiert Betriebswirtschaftslehre im 4. Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

„Mit der Reise zurück in die schwäbische Heimat beginnt für mich die Weihnachtspause traditionell mit dem sogenannten Heiligen Vormittag am 24.12. Quasi eine Pflichtveranstaltung, die sich jährlich wiederholt und inmitten unserer 40000 Einwohner-Stadt Kirchheim unter Teck stattfindet. Es ist kaum ein Durchkommen, aber an jeder Ecke trifft man alte Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, welchen ich gewöhnerlicherweise nur einmal im Jahr an diesem Event begegne. Aufgrund der meist sommerlichen Temperaturen greift der ein oder andere eher zu einem kühlen Bier als zu einem wärmenden Glühwein. Neben diesem Highlight verläuft der Abend und die restliche Weihnachtszeit sehr besinnlich und ruhig ab. Die Tage stehen ganz im Zeichen der Familie und des guten Essens :). Für mich die schönste Zeit, um Abstand vom Alltag, den ganzen Pflichten und des Müssens zu gewinnen. „

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Till, 23, studiert im 7. Semester Englisch und Spanisch an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

„Weihnachten beginnt bei mir und meiner Familie immer erst wenige Tage vor Heiligabend, da sowohl mein Bruder als auch ich mittlerweile weiter weg von Zuhause wohnen und erst kurz vor dem 24. anreisen können. Trotzdem feiern wir Weihnachten bis jetzt immer noch zusammen. Gerade, weil es im restlichen Jahr nur sehr selten vorkommt, dass die ganze Familie vereint ist, ist uns das auch sehr wichtig. Zu meinem weihnachtlichen Heimatbesuch gehört es auch dazu, sich am Abend nach Essen und Bescherung mit meinem Bruder und anderen Freunden von Zuhause zu treffen und gemeinsam auszugehen. Abgesehen davon, werden die Feiertage aber in der Regel ruhig und entspannt mit meiner Familie und meiner Freundin verbracht. Meine restlichen Winterferien genieße ich mit meinen Freunden in Freiburg und beginne zeitgleich mit der Vorbereitung auf den zweiten Teil des Semesters.“

Unser Fazit nach der Umfrage:

Die Weihnachtszeit ist eine besinnliche und ruhige Zeit mit gelegentlichen Völlereien und Parties.  Egal mit welcher Kultur und Religion die Studentinnen und Studenten aufgewachsen sind, sie alle nutzen diese spezielle Phase des Winters, um Kraft bei ihren Familien und Freunden zu tanken, um ausgeruht und voller Tatendrang in das neue Jahr zu starten.

In diesem Sinne – lasset die Festtage beginnen!

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