Gute-Laune-Mensa

„Studieren ohne Mensa würde nur halb so viel Spaß machen.“ Neben vielfältigen Gerichten stellt die Mensa auch einen Dreh- und Angelpunkt der sozialen Lebens dar. Hanno argumentiert in diesem Kommentar, warum er nicht auf die Mensa verzichten wollte.

Studenten haben wenig Geld und wenig Zeit. Das mag nicht auf Alle zutreffen, aber auf mich trifft es zu. Mittags zwischen 12 und 14 Uhr beginnt mein Magen zu knurren und dann will ich keine halbe Ewigkeit im Restaurant auf ein schonend gegartes Rinderfilet an Trüffel warten. Auf die Dauer kann ich mir das auch gar nicht leisten. McDonalds oder der Döner um die Ecke kommen für mich auch nicht in Frage. Schlechtes Fastfood liegt schwer im Magen. (Mir schmeckt es auch nicht, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.) Wer sich ausgewogen ernähren möchte und das zu studentischen Preisen geht am besten in die Mensa. Ich fahre diese Schiene jetzt seit neun Semestern und ich fahre sie gerne.

Die Mensa bietet jeden Tag zwei verschiedene Essen an. Außerdem gibt es das Tagesgericht und den schnellen Teller. Wem das nicht Abwechslung genug ist, geht ins Bistro. Regelmäßig bietet die Mensa besondere Wochen an wie die Veggie-Woche oder eine Auflauf-Woche. Lactoseintolerante, Vegetarier und Veganer kommen alle auf ihre Kosten! (Übrigens genauso wie die ganz ‚Normalen‘.) Wer die Portionen nicht schafft, kann auch eine kleine Portion nehmen. Wer davon nicht satt wird, kann um eine größere Portion bitten und erhält meist auch eine, wenn er lieb fragt. Ansonsten gibt es noch den Nachschlag. (Soweit ich das absehen kann, ist der kostenlose Nachschlag in Deutschland einzigartig.)

Aber die Mensa ist mehr als Essen 1+2 etc. Sie ist vor allem auch ein Ort des sozialen Austauschs. Kommilitonen treffen sich, um gemeinsam zu rekonstruieren, was bei der letzten Party passiert sein muss, Referatsgruppen planen ihre Projekte und Freundschaften, die im Bachelor- und Master-Korsett zu kurz kämen, werden liebevoll gepflegt. Gerade im Sommer bietet die Mensa Rempartstraße mit ihrem Außenbereich und dem Kiosk viele Möglichkeiten, um in der Mittagspause zu entspannen – und manchmal beginnt der Feierabend auch schon nach dem Mittagessen.

Das Prinzip der Mensa gibt es nun schon seit über 100 Jahren, denn es ist einfach gut! Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Etepetete-Gourmet, der nur isst, was er selber zubereitet hat. Aber auch solche Esser kommen in der Mensa auf ihre Kosten, denn dort gibt es eine Mikrowelle, mit der sich mitgebrachtes Essen aufwärmen lässt. (Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Die Mikrowelle befindet sich beim Nachschlag.) Ansonsten bemüht die Mensa sich natürlich auch immer, den Kontakt zu den Studierenden herzustellen. Dazu dienen die Terminals, wo sich das Essen bewerten lässt. Die kleine Portion wurde auf Anregung der Studierenden eingeführt. Und schließlich gibt die Mensa transparent an, woher die verschiedenen Lebensmittel kommen.

Wer da immer noch skeptisch ist, was denn so genau in der Küche abläuft, kann auch an einer Führung durch die Mensa teilnehmen. Solche Führungen finden regelmäßig statt. Einen ersten Blick hinter die Kulissen erlaubt diese Reportage von mir, in der ich von der Lebensmittelanlieferung im Morgen bis zur Lebensmittelausgabe am Nachmittag die Mitarbeiter in der Mensa begleitet habe. Für mich steht jedenfalls fest: Studieren ohne Mensa würde nur halb so viel Spaß machen!

Was denkst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s