Dream On – Eine Konzertperformance zum Träumen

Eintauchen in Traumwelten mit Musik und Literatur: Am 26. und 28. Januar geben Studierende der Musikhochschule eine Konzertperformance im Augustinermuseum. Die Zuhörer liegen auf Matratzen zwischen Skulpturen und Gemälden aus dem Mittelalter. Die vorgetragenen Musikstücke und Literaturstücke hallen in der gewölbten Skulpturenhallen lange nach, träumen sich fort und fort und geleiten die Zuschauer in eine Welt aus Traum und Schlaf.

Ehrfurchtgebietend ragen die zehn Propheten empor, still und in sich gekehrt. Unbekannte Hände schufen die vier Meter hohen Sandsteinskulpturen um 1300, bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts sahen sie vom Münsterturm auf die Menschen hinab. Nun lassen sie sich in der Skulpturenhalle des Augustinermuseums betrachten. Die Badische Zeitung bezeichnete die Propheten als das „absolute Highlight“ des Museums.

Die Skulpturenhalle ist an sich schon eindrucksvoll. Studierende der Hochschule für Musik steigern das Kunsterlebnis im Augustinermuseum jedoch noch einmal: Am 26. und 28. Januar geben sie dort eine Konzertperformance, unter anderem mit

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Die zehn Propheten wurden aus Buntsandstein aus der Oberrheinregion und den Vogesen hergestellt.

Stücken von Gabriel Fauré, Steve Reich und Arvo Pärt. Sie inszenieren jedoch nicht nur Musik, sondern rezitieren auch literarische Texte von Charles Baudelaire, Hugo von Hofmansthal und anderen.

Nina Amon, Dozentin an der Hochschule für Musik, hat die Konzertperformance in Kooperation mit der Stadt und zusammen mit ihren Studierenden eigens für die Skulpturenhalle konzipiert. Im Rahmen des Seminars „Musikvermittlung“ hätten die Studierenden Musik und Literatur selber ausgewählt, sagt sie. Der Clou: Die Zuhörer sitzen nicht wie bei traditionellen Konzerten steif auf Stühlen mit Blick auf die Musiker, sondern liegen auf Kissen und Matratzen im Museumssaal. Auch die Darsteller reihen sich nicht ordentlich nebeneinander auf, sondern bewegen sich zwischen den Zuhörern und Exponaten hindurch.

„Wir versuchen, den Raum auszunutzen“, sagt Amon. Zwar gab es schon Konzerte in der Skulpturenhalle – die besondere Akustik bietet es auch an –, ein solches Konzept sei bisher jedoch einmalig, sagt Laura Bergander von der Öffentlichkeitsarbeit der städtischen Museen. Bei der Konzertperformance gehe es auch darum, den „Museumsraum, wo strenge konservatorische Regeln herrschen“, auf ungewohnte Art und Weise erlebbar zu machen.

Ein abwechslungsreiches Programm

Die Instrumentalisierung ist vielfältig: Neben Violoncello, drei Violinen und Klarinette gehören auch eine Hafe, eine Orgel und eine Gitarre dazu. Theresa Mack wird bei Dream On singen. Die 21-jährige studiert im 7. Semester Gesang auf Bachelor. In einer Halle mit solch einer „wahnsinnig schönen“ Akustik zu singen, ist für sie ein besonderes Erlebnis.

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Neben den Skulpturen beinhaltet die Ausstellung Gemälde von Cranach, Grünewald, Baldung Grien und anderen mittelalterlichen Küntlern aus der Oberrheinregion

Auch Hannah Seebauer studiert an der Musikhochschule auf Bachelor. Die Klarinettistin wird das Stück „New York Counterpoint“ von Steve Reich aufführen. Reich gilt als einer der Pioniere des musikalischen Minimalismus. Sein Stück ist für elf Klarinetten konzipiert: Eine Stimme spielt Seebauer live, die anderen hat sie auf Band eingespielt, so wie Reich es vorgesehen hat. Eine solche Konzeption ist relativ ungewöhnlich, sagt Seebauer: „Sonst arbeitet man als klassischer Musiker nicht so sehr mit Band.“ Aber auch die anderen Stücke des Abends wären einzigartig, betont sie: „Jedes Werk hat eine ganz eigene sphärische Klanglichkeit.“

Insgesamt soll die Performance eine gute Stunde dauern. Das Programm sei sehr abwechslungsreich, sagt Amon, und verspricht den Zuhörern Kunstgenuss und Stoff zum kontemplieren. Mit einem Lachen fügt sie hinzu: „Wenn jemand dabei einschläft, ist das aber auch in Ordnung.“

Die Performance richtet sich vor allem an junge Leute. Insgesamt passen in den Saal rund hundert Zuhörer und die Performance wird nur an zwei Abenden aufgeführt. Laura Bergander von den städtischen Museen rechnet deshalb damit, dass die Karten rasch vergriffen sind. Es wird zwar auch eine Abendkasse geben, sie empfiehlt Interessenten jedoch, sich rechtzeitig um eine Karte zu kümmern.

 

Info

Was: Dream On – Konzertperformance von Studierenden der Musikhochschule
Wann: 26.1., 20 Uhr und 28.1., 19 Uhr
Wo: Augustinermuseum, Augustinerplatz Freiburg
Eintritt: 7€, 5€ ermäßigt

 

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