Nebenjob: BAföG-Buddy – Ein Selbstversuch

Wer für das Studierendenwerk als BAföG-Buddy arbeitet, verdient 9,60 Euro pro Stunde. Die Arbeit als BAföG-Buddy ist ein klassischer Promotionsjob: Man verbringt seine Zeit an der frischen Luft und kommt mit verschiedenen Leuten in Kontakt. Unser Blogger Hanno hat sich im Selbstversuch einen Tag als BAföG-Buddy probiert und berichtet von seinen Erlebnissen.

Eine Studentin läuft die Straße entlang. Ihr Blick haftet auf ihrem Smartphone. Sie sieht mich nicht. „Wer auf’s Handy schaut, läuft dem BAföG-Buddy in die Arme“, sage ich mit einem Lächeln und kreuze den Weg der Studentin. Sie bleibt stehen und schaut erst erschrocken auf, sieht mich dann und lacht freudig. Ich selber muss auch lachen. Ich frage sie, ob sie sich schon einmal mit BAföG auseinandergesetzt hat und sie antwortet freundlich, dass sie gerade keine Zeit hat und weiter muss. Ich gebe ihr noch ein Bonbon mit auf den Weg und wir verabschieden uns einvernehmlich voneinander.

Autor Hanno kann den Nebenjob allen Studierenden empfehlen, die gerne auf fremde Menschen zugehen.

Diese kleine Szene, die ich erlebt habt, steht sinnbildlich für den Job als BAföG-Buddy: Die meisten Studierenden, die man anspricht, haben entweder keine Zeit, erhalten schon BAföG oder sind nicht berechtigt und ziehen dann weiter. Davon darf man sich nicht frustrieren lassen. Umso schöner sind allerdings die vielen zwischenmenschlichen Kontakte, die man erlebt. Sie können einem richtig das Herz wärmen.

Zur Zeit arbeiten beim Studierendenwerk zwei BAföG-Buddys: Noor (24) und Saskia (22), die sich vom Jura-Studium kennen. Ihre Arbeitszeiten legen die beiden Studentinnen selber fest. Dann treffen sie sich beim Studierendenwerk in der Schreiberstraße bei der Kronenbrücke, ziehen das grüne Buddy-Shirt an, bestücken ihre Tragekörbe mit Infobroschüren, Formularen, Kugelschreibern und Süßigkeiten und machen sich auf den Weg zur Uni.

„Ich habe bestimmt ein Kilo Bonbons gegessen in der letzten Zeit“, sagt Noor mit einem Lachen, weil sie selber gerne etwas von den Süßigkeiten nascht, die sie den Studierenden anbietet.

Noor und Saskia (v.l.) kennen sich vom Jura-Studium und sind ein eingespieltes Team.

Der Tragekorb sei etwas ungewöhnlich, man falle damit auf, aber gewöhne sich daran. Wer eher schüchtern ist und nicht gerne mit anderen Menschen in Kontakt kommt, ist für den Buddy-Job eher weniger geeignet.

Häufig würde sich nur eine der beiden Studentinnen einen Tragekorb umhängen, sagt Saskia, „und dann wechseln wir uns damit ab.“ Die Erfahrungen, die sie als Buddy gemacht hat, sind positiv. „Nur vor dem Essen sollte man die Leute nicht stören. Ansonsten sind sie immer sehr nett, auch wenn sie uns abweisen“, resümiert sie den Kontakt mit den anderen Studierenden.

Im Idealfall bewegen die BAföG-Buddy die Leute dazu, einen unverbindlichen BAföG-Antrag auszufüllen. Wer diesen Antrag ausgefüllt hat, wird von den BAföG-Beratern des Studierendenwerks angeschrieben und kann einen Beratungstermin vereinbaren – muss aber nicht, wenn er sich umentschieden hat. Für 20 ausgefüllte Formulare erhalten die Buddys einen Zuschlag. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn sie niemanden dazu bewegen.

Ich habe im Rahmen meines Selbstversuches auch niemanden überzeugen können. Dabei bringt BAföG viele Vorteile mit sich: BAföG-Empfänger können sich von den Rundfunkgebühren befreien lassen und falls der Antrag abgelehnt wird, kann man Wohngeld beantragen und hat einen Unterhaltsanspruch.

 

Info

Mehr zum Tehme BAföG auf der Seite des Studierendenwerks: swfr.de/geld/bafoeg/info/
Unverbindliche Bewerbungen an sedelmeier (at) swfr.de

Was denkst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s