Ultimate Frisbee beim Allgemeinen Hochschulsport

Zick-Zack-Läufe, weite Würfe und phänomenale Fänge in der Endzone – Ultimate Frisbee erinnert stark an Football. Entgegen dem Vollkontaktsport aus den USA ist das Spielgerät aber eine fliegende Scheibe und kein Ei. Unser Blogger Hanno hat den Trendsport beim allgemeinen Hochschulsport im Selbstversuch getestet.

Ein Footballfeld, ein Team in Blau, eins in Weiß. Ein weißer Spieler beobachtet seelenruhig das Spielfeld. Plötzlich schleudert er seinen Arm nach vorne, eine Frisbee verlässt seine Hand und die Spieler beider Teams sprinten Richtung Endzone. Die rotierende Scheibe gleitet über die Köpfe der Spieler hinweg. Es scheint, als würden sie die Scheibe nicht mehr einholen können. Die Scheibe aber gleitet weiter durch die Luft als hätte sie einen Antrieb.

Ein weißer Spieler kann sich von seinen beiden Gegenspielern absetzen. Er führt das Spielfeld an und kommt der Frisbee, die nun doch stark an Höhe verliert, immer näher. Die Frisbee ist nun über das ganze Spielfeld geflogen, gleich fällt sie auf den Boden. Der weiße Spieler stößt beide Füße in den Boden, drückt sich nach vorne ab, streckt sich lang wie ein Torhüter und greift mit der Hand nach der Scheibe, die nur noch eine Hand breit über dem Boden schwebt. Der weiße Spieler steht selber nur wenige Zentimeter waagerecht über dem Boden, seine Hand nähert sich der Scheibe, die gleich aufsetzt, er bringt seine Finger unter das Spielgerät, fasst zu und fischt die Frisbee aus der dünnen Luft: Touchdown!

Dramatische Szenen wie diese finden sich zahlreich auf Youtube, wenn man den Suchbegriff „Ultimate Frisbee“ eingibt. Ich stimme mich mit den Videos ein und breche dann auf zum Training. Jeden Freitag können Studierende am Ultimate Frisbee Kurs für Anfänger des Allgemeinen Hochschulsports (AHS) teilnehmen. Das Training findet immer von 16-17.30 Uhr in Halle 2 des AHS statt.

Kein Training ohne Aufwärmen

Jonathan Frey erklärt den Rückhandwurf. Wichtig ist, das Handgelenk gerade zu halten, damit die Frisbee im Flug nicht zur Seite kippt.

Los geht’s aber nicht mit spektakulären Spielzügen, sondern mit dem Aufwärmen, das Trainer Jonathan Frey durchführt. Der 24-jährige Master-Student der Mathematik spielt selber im Freiburger Ultimate Frisbee Verein „DISConnection“. Er trägt rote Dreads, ein Trikot seiner Mannschaft mit der Nummer 41 und Sporthose und Hallenschuhe in grün. Einige nennen ihn „O. J.“. Beim Warmlaufen hüpft er wie eine Sprungfeder über den Hallenboden. Seine Dreads wippen dabei munter vor und zurück. Nach dem Warm Up fordert er die Teilnehmenden auf, einen Kreis zu bilden: „Jetzt üben wir die verschiedenen Wurftechnicken!“

Am Anfang stehen die Basics: Wir lernen und üben erst den Rückhandwurf, den die meisten kennen, die schon einmal eine Frisbee geworfen haben, und dann den Wurf mit der Vorderhand, der für mich neu und deshalb schwieriger ist. Frey geht währenddessen durch die Reihen, korrigiert den Bewegungsablauf und gibt Tipps. Zwei seiner Teamkollegen nehmen ebenfalls am Training teil und stehen bei Fragen mit Rat zur Seite. Nach zahlreichen Versuchen gelingt mir dann auch ein guter Vorderhandwurf, der wie ein Blitz auf das Gesicht meiner Partnerin zufliegt. Ich bin selber überrascht von der Geschwindigkeit und zucke innerlich schon zusammen, denn ich befürchte, dass die Scheibe gleich schmerzhaft gegen die Nase meiner Mitspielerin prallt, aber sie reagiert rechtzeitig und fängt das Spielgerät. „Laser!“, sagt Frey mit einem Lachen, der die ganze Situation beobachtet hat. Und er fügt mit einem Zwinkern hinzu: „Pass auf, Hanno.“

Nach den Wurfübungen baut Frey einen kleinen Parkour auf, in dem wir die gelernten Wurftechniken mit Fangübungen kombinieren:

Ein schneller Antritt und unvorhergesehene Richtungswechsel sind nötig, um die Gegenspieler abzuhängen.

Ein Spieler sprintet auf ein Hütchen zu, ändert dann plötzlich die Richtung und sprintet in Richtung eines anderen Hütchens, wohin der nachfolgende Spieler eine Frisbee wirft, die der Sprinter dann fangen soll. Die Übung erfordert eine schnelle Antrittsgeschwindigkeit und eine gute Koordination für den Läufer sowie eine sichere Wurfhand und ein präzises Timing des Werfers. Häufig landen die Frisbees auf dem Boden und nicht beim Mitspieler, aber hin und wieder gelingen einige erfolgreiche Würfe. Ich merke, Spielszenen wie die anfänglich beschriebene sehen zwar mitreißend aus, sind aber wohl das Resultat regelmäßigen Trainings und passieren nicht gleich beim ersten Wurf.

Nach dieser Einheit zeichnen sich die ersten Schweißflecken auf den Trainingsklamotten der Teilnehmenden ab. Jonathan Frey kündigt eine Trinkpause an. Nachdem jeder seinen Durst gestillt hat, erklärt Frey die grundlegenden Regeln des Ultimate Frisbee. Es kündigt sich an, worauf ich die ganze Zeit gewartet habe: Wir bilden Teams und absolvieren ein Trainingsspiel.

Spielend Lernen

Je Hallendrittel spielen drei gegen drei. Ziel des Spiels ist es, mit der Frisbee in die gegnerische Endzone zu gelangen. Wer die Frisbee in der Hand hält, darf sich wie beim Basketball jedoch nur im Sternschritt bewegen, das heißt das Standbein darf den Boden nicht verlassen, nur das Spielbein darf versetzt werden. Man muss also versuchen, einem Mitspieler die Frisbee so zuzuwerfen, dass er sie in der Endzone fangen kann. Das klingt wie ein Kinderspiel, ist aber ungemein anspruchsvoll, denn die Gegner versuchen die Frisbee abzufangen.

Julius konnte sich trotz sportlicher Vorerfahrung ordentlich auspowern in der ersten Trainingseinheit. Er empfiehlt den Funsport aber auch weniger sportlichen Studierenden.

Wir zählen die Punkte nicht mit und so entsteht eine spielerische Atmosphäre und keine Wettkampfstimmung. Das erscheint auch sinnvoll, denn technisch gibt es noch viele Verbesserungsmöglichkeiten bei dieser ersten Trainingseinheit. Den Spielern, die schon die letzten Semester an dem Kurs teilgenommen haben, sieht man die besseren Fähigkeiten jedoch an. Auch sportliche Vorerfahrungen sind von Vorteil: Unser Gegenspieler Julius zum Beispiel spielt Basketball, Tennis, Badminton und geht gerne Laufen. Er schafft es, viele Frisbees in der Endzone zu fangen. Den Sport findet der Psychologiestudent „saugut“ und er freut sich schon auf das nächste Training.

„Wir machen noch einen Spiritkreis alle zusammen“, ruft „O.J.“ den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Ende des Trainings zu. Jeder legt seine Arme auf die seiner Kreisnachbarn und Frey bedankt sich für das Mitmachen. Dann spielen wir Schere-Stein-Papier gegeneinander, wobei die Gewinner gegen die anderen Gewinner spielen, bis nur noch ein Sieger übrigbleibt. Die Stimmung ist ausgelassen und heiter und das Training für heute beendet.

 

Infos

Der Kurs Ultimate Frisbee findet wöchentlich statt

Anfängerkurs: Freitags von 16 – 17.30 Uhr in Halle II A/B/C
Fortgeschrittenenkurs: Samstags von 10.30 – 12 Uhr in Halle II A/B/C

Die Teilnahme am Hochschulsport ist kostenpflichtig und nur nach erfolgter Online-Anmeldung möglich.

Weitere Infos zur Anmeldung finden sich hier:
www.hochschulsport.uni-freiburg.de/hss_info-und-agb

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