Fotoreportage: Kleinkunstpreis 2017

Was war los beim Freiburger Kleinkunstpreis für Studierende 2017? Das erfahrt ihr in dieser Fotoreportage mit eindrucksvollen Bildern von den Aufführungen der fünf Künstler, die am Sonntag im Vorderhaus die Bühne gerockt haben.

500€ für den 1. Platz, 300€ für den 2. und 200€ für den 3. – gestiftet haben die Preise der Alumni-Verein der Uni, das Studierendenwerk und das Vorderhaus. Lukas Mak, der Gewinner des letztjährigen Kleinkunstpreises, ist dieses Jahr in der Rolle des Moderators geschlüpft.

Die Band „anders“ betrat als erstes die Bühne. Die fünf Studenten führten selbst geschriebene A Cappella Songs auf…

… begeisterten das Publikum aber nicht nur mit Gesangseinlagen und Beatbox, sondern auch mit Schauspiel und Tanzeinlagen.

 

Das Publikum revanchierte sich für die tolle Unterhaltung mit dem Publikumspreis. Der Preis: Zwei Fässer Bier. Prost!

Auch das Jury honorierte den charismatischen Auftritt mit dem 2. Platz.

 

David Keck studiert an der PH. Er brachte Stand-Up Comedy auf die Bühne und legte auf humoristische Weise dar, warum die Bibliothek der beste Ort sei, um Frauen kennenzulernen.

Sein Tipp: Zettelkommunikation. Aber besser nicht mit der Tür ins Haus fallen. Das klappt in vier von vier Fällen nicht, sagt er – aus eigener Erfahrung.

Außerdem hat sein schwuler Friseur „Arthus“ aus dem „Spontan“ das Fett weg bekommen, weil er die Haare immer von hinten in den Kaffe fönt. Für einen Preis hat der Auftritt leider nicht gereicht, dafür aber für zahlreiche Lacher.

 

Zacharias Heck studiert in Kralsruhe und ist eigens nach Freiburg gereist, um am Kleinkunstpreis teilzunehmen. Mit wenig Vorbereitung aber viel Energie betrat er die Bühne. Hier eine Impression von seiner einzigartigen Fähigkeit, dem Einban-Kniehoch-Stand.

 

Hecks Programm bestand aus Stand-up Comedy und humoristischen Musikstücken. Die Menschen verglich er dabei mit Ratten, die durch ein Labyrinth laufen – die einen kriegen Stromschocks, die anderen ziehen an einem Hebel und erhalten Kokain.

15 Minuten hatte jeder Künstler Zeit für seinen Auftritt. Hier versucht Zacharias Heck den Timer seines Handy zu stellen – vergeblich. Macht nichts, denn das Publikum hätte ihm auch eine halbe Stunde lang zugesehen.

Durfte Zacharias Heck bei seinem ersten Mal im Vorderhaus keinen Preis mit nach Hause nehmen, stellte die Jury ihn dieses Jahr immerhin auf den dritten Platz. Vielleicht war es seine gespielte Rotzigkeit und Traurigkeit über das klägliche Scheitern beim letzten Mal, die die Jury hat mitleidsvoll werden lassen. Noch nie war Traurigsein so lustig!

Nach einer kleinen Pause betrat Damian Correa die Bühne. Der gebürtige Berliner aus Pankov verriet dem Publikum den wahren Grund, warum er in den Schwarzwald kam: In der Hauptstadt würde man seine Laktoseintoleranz nicht ernst nehmen. Im Veggie Freiburg sei das anders. Bloß das Wurstbrot dürfe er in seiner WG nicht in der Wohnung essen, sondern nur auf dem Balkon wie ein Raucher.

Correa bezeichnet seine Musik selbst als Kaba-Rap. Für Spätzünder: Angelehnt ist diese Genrebezeichnung natürlich an den Ausdruck Kabarett. Dementsprechend humoristisch muteten seine Lieder an – wenngleich der Rapper seine Hip Hopper Allüren nicht ablegte.

Hier führt Damian Correa sein Freiburg Survival Set vor. Was drin ist: Eine Schwimmweste, für die Leute, die ins Bächle treten, und ein Hammer, um den Bollenhutträgerinnen auf den Kopf zu hauen. Ja ja, die Rapper halt…

Für ein Plätzchen auf dem Podest hat es leider nicht gereicht. Vielleicht hat Correa die Jury einfach zu sehr verärgert, als er sein Unverständnis für den Konflikt der Identitäten im Süden äußerte: „Das sind doch eh alles Schwaben“.

Wer mitgezählt hat, weiß, wer als nächstes kommt: Die Siegerin des Abends! Sophie Passmann studiert Philosophie und Politikwissenschaft an der Uni Freiburg und moderiert außerdem die Radio-Sendung Das Ding. Sie brachte Stand-up auf die Bühne – ohne Comedy, aber einfach zum wegschmeißen.

Dabei war sie sich nicht zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen: „Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr eine Hausarbeit schreibt und euch schon währenddessen für jeden Satz schämt? Kennt ihr das, wenn ihr euch in die Uni schleicht, hofft, von niemandem gesehen zu werden, die Arbeit abgeht und dann schnell weglauft? – So bin ich im Bett!“

Das ist der Auftakt gewesen zu einer fulminanten Abrechnung mit ihrem Ex-Freund und der Männerwelt an sich. Passmanns Psychotherapeut erklärte ihr erst vor kurzem, dass er mehr Zeit für sich brauche und eine Entspannungapp, die ihr sage, dass ihre Arme schwer würden, bräuchte sie nicht, denn sie wisse selber, dass sie fett sei.

 

So viel Mut zur Selbstironie muss man erst einmal haben! Einen schöneren Abschluss des Abends hätte es nicht geben können. Wieder einmal ist das Vorderhaus rappelvoll gewesen. Der Eintritt ist wieder kostenfrei gewesen und jeder kam auf seine Kosten.

 

Mehr Infos:

Interview mit Lukas Mak, dem Gewinner des Kleinkunstpreis 2016

Interview mit Simon Waldenspuhl, dem Moderator des Kleinkunstpreis 2014-2016

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