Wie wird der Traum vom Studium Realität? – Vergleich Deutschland und Peru

Viele Kinder haben einen Berufswunsch: Lehrerin, Arzt oder im Polizeiauto rum düsen. In Deutschland haben wir viele Möglichkeiten, unsere Ziele – die frühen oder die späten – zu erreichen. Ich bin von der ersten bis zur 13. Klasse in der gleichen Waldorfschule gewesen und habe dort mein Abi gemacht. Genauer: es war das Nichtschülerabitur der Abendschule. Mein Weg zum Studium ist daher nicht der Standardweg über Grundschule und Gymnasium.

 

von Katharina Wilhelm & Kevin Knaak

Es gibt viele Wege, die zur Uni führen. Diese möchte ich nun kurz aufzeigen. Neben dem Gymnasium geht es auch über die Gesamt-, Real- oder Hauptschulen. Beispielsweise gibt es nach dem Hauptschulabschluss Bildungswege, die auch zu den Fachhochschulen und Universitäten führen.

Neben den verschiedenen Schulsystemen, die letztlich mit der Hochschulreife enden, gibt es noch weitere Möglichkeiten: So kann jemand mit einem Hauptschulabschluss und einer Ausbildung und/oder einem Meistertitel auch studieren. Dies ist aber meist nur mit einem großen Durchhaltevermögen zu schaffen. Zudem unterscheiden sich die Möglichkeiten je nach Bundesland.

Die Abendschule oder das Kolleg ermöglichen überwiegend Erwachsenen einen höheren Schulabschluss. Durch meinen Sonderweg über die Waldorfschulen, mit dem Nichtschülerabitur am Ende, habe ich von diesem System auch profitiert.

Ich denke, dass wir hier in Deutschland neben der kostenlosen (oder günstigen und geförderten) Bildung viele Optionen haben, uns als junge Menschen entfalten zu können. Es werden uns kaum Steine in den Weg gelegt und mit Wille sowie Fleiß kann der Kindheitstraum in Erfüllung gehen.

Preu Flaggen

Leider sind die Chancen auf Bildung in den Ländern dieser Erde nicht gerecht verteilt – so auch in Peru: Die meisten Kinder in der Primaria (vergleichbar mit Grundschule) träumen davon, später  Medizin, Psychologie oder Jura zu studieren. Doch werden die meisten von ihnen im Laufe ihres Schulweges mit der Realität konfrontiert und müssen sich eine Alternative zu ihrem Studienwunsch suchen.

Nachdem die Schüler/-innen sechs Jahre lang die Primaria besucht haben, folgt anschließend die Secundaria. Das peruanische Bildungssystem bietet nur eine Art einer weiterführenden Schule. Somit erreichen alle Absolventen/-innen nach Beendigung der Secundaria den gleichen Schulabschluss.

Bereits während der Secundaria stellt sich die Frage: Was dann? Ausbildung oder Studium? Leider hängt diese Entscheidung oftmals nicht davon ab, wie gut die Noten sind, sondern ob sich die Familie ein Studium leisten kann. Wenn das der Fall ist, wird darüber entschieden ob man eine private oder staatliche Universität besuchen kann oder möchte. Viele Universitäten öffnen nur nach anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen ihre Tore. Die meisten ehemaligen Schüler besuchen deshalb nach oder schon parallel zur Schule voruniversitäre Akademien, um die Zugangsprüfung, die von den Unis meistens zweimal im Jahr durchgeführt werden, zu bestehen.

Je nachdem, ob die erforderliche Punktzahl für den Studiengang erreicht wurde, kann das Studium im März begonnen werden. Wenn nicht, heißt es, es nochmal probieren, oder doch eine Ausbildung zu beginnen.

Campus der Universidad Nacional de San Augustin in Arequipa/Peru

 

AutorInnen: Katharina Wilhelm & Kevin Knaak, BOK-Kurs: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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