Café Europa – Das neue Stück des Mondo Musiktheater

Sollte Europa seine Grenzen öffnen? Wie muss der Brexit bewertet werden? Geht es uns zu gut in Europa? Und wer ist Hatch? Das neue Stück des Mondo Musiktheater widmet sich dem Thema Europa und greift dabei auf allerlei Kleinkunstformen zurück: Poetry Slam, Singer Songwriting, Minimal, Tanzeinlagen und vieles mehr. Die Premiere findet am 12. Januar statt. Insgesamt führt die Gruppe das Musical acht mal in der MensaBar auf.

Nassrat studiert Chemie im Master. In seiner Freizeit spielt er Gitarre und ist als Singer-Songwriter unterwegs.

„Europa ist verwöhnt und privilegiert“, sagt Nassrat. Der 24-jährige studiert Chemie und hat bereits letztes Jahr im Musical von Mondo mitgespielt. Aber Nassrat ist kein ‚Europa-Gegner‘. Er ist lediglich geprägt von den Erfahrungen, die er in Afghanistan gemacht hat. Dort ist er aufgewachsen und wie zur Zeit so viele Menschen kam er als Flüchtling nach Deutschland – das war allerdings schon vor über einem Jahrzent.

Um Flüchtlinge gehe es auch in Café Europa, sagt Nassrat, allerdings nur am Rande. Thematisiert würde auch die Globalisierung, die Grenzen Europas, der Blick südamerikanischer Länder auf diesen Kontinent, der Brexit und vieles mehr.

Aber Café Europa soll das Publikum nicht nur mit einem aktuellen Thema begeistern, sondern auch mit unterschiedlichen Kleinkunstformen: Neben den gewohnten Tanz- und Gesangseinlagen wird es Poetry Slams geben, vorgetragen von einer Freiburger Poetry Slammerin. Eine Gitarristin präsentiert Singer-Songwriterstücke und der berüchtigte Lukas Mak, ehemaliger Gewinner des Freiburger Kleinkunstpreises, steht ebenfalls auf der Bühne. Selbstverständlich sind all diese Darbietungsformen eingewoben in die Geschichte, um die es in Café Europa geht.

Insgesamt 13 Studierende stehen bei Café Europa auf der Bühne. Die Band besteht aus vier Mitgliedern. Gesangs-, Schauspiel-, Tanzcoaches und andere betreuen die Aufführung. Alle Betreuer sind gelernte Pädagogen.

Aber worum geht es in dem Stück genau? Nacheinander treffen verschiedene Frauen im ‚Café Europa‘ ein. Sie kommen alle aus unterschiedlichen europäischen Ländern und haben doch eines gemeinsam: Sie haben ein Date mit einem gewissen ‚Hatch‘ – aber keine von ihnen weiß genau, wer er ist oder wie er aussieht. Natürlich führt dies zu Eifersuchtsstreitigkeiten und Zweifeln daran, ob Hatch die Einladung zum Date ernst gemeint hat. Während dieses Handlungsstranges entfalten sich immer wieder Diskussionen über Europa und verschiedene musikalische Nummern, bei denen die Unterhaltung nicht zu kurz kommt.

Stephanie Heine arbeitet nun schon seit fast 10 Jahren mit dem Mondo Musiktheater zusammen. Darüber hinaus betreut sie auch andere Studierenden- und Schülergruppen im Bereich Schauspiel und Performance.

Dieses Konzept hat sich Regisseurin Stephanie Heine überlegt. Sie betreut das Mondo Musiktheater nun bereits zum neunten Mal. Die Kompetenz dafür hat sie an der Musikhochschule in Freiburg erworben, wo sie Gesang studiert hat, und in den USA, wo sie viele Jahre an verschiedenen Bühnen in der Regie gearbeitet hat. Von dem Team, dass dieses Jahr das Musical gestaltet, ist Heine begeistert: „Dieses Team ist wirklich sehr stark! Die ganze Arbeit an der Aufführung ist einfach ein schönes Sein miteinander.“

Auch Angelina hat großen Spaß an der Vorbereitung des Musicals. Sie studiert klinische Psychologie im ersten Master-Semester und ist es gewohnt, auf Bühnen zu stehen: „Das ist mein Hobby – schon seit ich klein bin.“ So arbeitete sie bereits als Animateurin bei der Hotelgruppe Robinson. Als sie letztes Jahr das Musical Hinterwald der Mondo Musiktheater Gruppe sah, wusste sie sofort, dass sie da auch mitmachen möchte.

Die Psychologiestudentin Angelina spielt eine Französin, die die anderen Frauen besonders eifersüchtig macht: Sie verdreht nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern auch mit ihrem Frohsinn den Männern den Kopf.

In Café Europa spielt sie eine gutegelaunte Französin, die im Laufe des Stückes immer betrunkener wird: „Ich bin die einzige Frohnatur in dem Stück“ sagt sie selber über ihre Rolle. Dass ihre Figur im Laufe des Stückes immer betrunkener wird, bringe Vor- und Nachteile mit sich: Das langsame Aufbauen der Betrunkenheit sei recht schwierig. Dafür müsse man später nicht so sehr auf die Artikulation achten, sagt Angelina scherzend.

Wie auch Nassrat befürwortet Angelina Europa im Grunde, weist aber auch auf einige Aspekte kritisch hin: „Es ist etwas Besonderes in Europa zu leben. Wir haben den Luxus, dass wir überall hin können, wohin wir wollen. Aber Europa muss mehr Kompromisse schließen. Die europäischen Länder müssen in der Flüchtlingskrise mehr zusammenhalten.“

Insgesamt erwartet das Publikum bei Café Europa eine unterhaltsame Vorstellung, die die Für und Widers Europas abwägt, wenngleich die Problemfelder auch nicht in der Tiefe besprochen werden. Aber das ist auch nicht die Aufgabe eines Musicals. Vor allem stehen Spaß und Unterhaltung im Vordergrund. Das Studierendenwerk verkauft wieder vor und nach dem Stück wieder verschiedene Getränke an der MensaBar in der Mensa Rempartstraße, in der das Musical aufgeführt. Nicht nur Studierende, sondern auch alle anderen Interessierten sind herzlich eingeladen, sich die Performance anzusehen und einen schönen Abend zu haben.

Infos

Was: Musical Café Europa des Mondo Musiktheater
Wo: Mensa Rempartstraße
Wann: 12./13./19./20./26./27. Januar jeweils um 20 Uhr und 21./28. Januar jeweils um 17 Uhr
Mehr Infos: www.swfr.de/de/veranstaltungen/kultur/musical/

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