Frühjahrsausmisten: Tipps, Tricks und Ideen für das jährliche Ordnung-Schaffen

Nach mehreren intensiv-sonnigen Tagen ist eine Sache klar: Der Winter ist endgültig fortgeschlichen. Endlich wird es wieder warm, bunt und gemütlich draußen! Perfekt, um Körper und Geist durch die Sonne wieder zur Aktivität inspirieren zu lassen. Perfekt, um aus der winterlichen Schwerfälligkeit auszubrechen und neue Dinge zu erleben. Doch die Wetterwende kann nicht nur physische und psychische Mobilisation bedeuten. Auch die Lust auf Veränderung führt sie mit sich. So empfehlen alt-bürgerliche Traditionen für diese Umbruchszeit, einen Tag des Ordnungschaffens einzulegen, bei dem die eigenen Wohnräume auf den Kopf gestellt und gründlich gereinigt wird. Außerdem sollen bei dieser Gelegenheit all diejenigen Dinge ausfindig gemacht werden, für die keine Verwendung mehr gesehen wird. Es ist Zeit für einen Frühjahrsputz!

Auch für Studierende lohnt sich die ein oder andere Ausmist-Aktion. Vornehmlich um zum Semesterwechsel Ordnung im Zimmer und auf dem Schreibtisch zu schaffen, was den Beginn des neuen Semesters um einiges erleichtern kann. Aber auch andere Vorteile bringt das Aussortieren mit sich. So kann der Verkauf von ausrangierten Gegenständen unter anderem etwas Geld in die Studierendenkasse bringen. Aber auch innere Anspannung kann mit dem Verkleinern der eigenen Habe reduziert und dadurch die Bewältigung eines als stressig empfundenen Lebensstils begonnen werden.

Wie Du geschickt deine Frühjahrsausmist-Planung gestalten kannst, soll dir anhand der nachfolgenden Tipps gezeigt werden.

Schreibtisch

Auf deinem Schreibtisch sieht es aus wie Kraut und Rüben: Neben den ganzen, täglich genutzten Elektroartikeln wie Laptop, Maus und diversen Ladekabeln steht die benutzte Kaffeetasse von gestern, Ordner und Ablagesysteme quellen vor lauter rasch darin verfrachteter Papiere über, die bereits verwerteten UB-Bücher von der letzten Hausarbeit oder Prüfung fordern ihren Raum und ob in den ganzen ungeöffneten Briefen Rechnungen oder freundliche Familienpost schlummern, ist noch unerforschtes Terrain. Klar wird, um in den nächsten Monaten an diesem Ort arbeiten zu können, muss mehr Ordnung her. Und so funktioniert es:

  1. Räume erstmal alles, was nach Chaos wirkt, auf die Seite und verschaffe dir einen Überblick über die Fläche, die dir dein Arbeitsplatz bietet.
  2. Versorge dann alles, was du definitiv nicht auf dem Schreibtisch brauchst. Sei es, weil hierfür eigentlich ein anderer Ort als Herberge herhalten sollte, oder weil du gemerkt hast, dass dich der Gegenstand von der Arbeit abhält und ablenkt. Hierzu zählt natürlich erstmal potentielles benutztes Geschirr und nicht mehr gebrauchte Lernmaterialien. Aber auch Zeitschriften, Kosmetikartikel, gerahmte Bilder oder andere Erinnerungsstücke. Natürlich ist jedem selbst vorbehalten, wie er seine Lernumgebung gestalten möchte.
  3. Ebenfalls ist es lohnend herauszufinden, wie funktionstüchtig diverse Materialien noch sind. Kann der Drucker noch problemlos in Betrieb genommen werden oder mangelt es mal wieder an Tinte? Funktionieren all die Stifte, die sich in Griffbereitschaft befinden? Mit der Abarbeitung dieses Punktes kannst du beim nächsten Einkaufsgang all das einholen, was dir eine reibungslose Arbeitsweise ermöglicht und entsorgen, was unnötigen Platz einnimmt.
  4. Verstaue in einem nächsten Schritt Lernnotizen, aber auch wichtige Dokumente in gut überblickbaren Ordnungssystemen, wie z.B. Ordnern. Sortiere Notizen und Dokumente nach für dich am besten nutzbaren Rubriken. Das geordnete Abheften sollte dir ermöglichen, entscheidende Unterlagen auch in hektischen Situationen schnell ausfindig zu machen. Suche dir weiterhin einen Ort in deinem Zimmer, an denen du die Ordner gut unterbringen kannst.
  5. Überlege dir nun für die restlichen, noch nicht verstauten Dinge folgendes: Wie häufig nutze ich den Gegenstand? Wie relevant ist er für meine Arbeitsweise? Brauchst du zum Beispiel regelmäßig Locher, Tacker und Schere? Dann suche ihnen einen Platz auf dem Schreibtisch, an denen du sie problemlos und ohne viel Aufwand in die Hand bekommst. Benötigst du weniger oft Klebematerial, Heftklammern und Haftnotizen? Dann überlege dir einen Ort, an denen sie nicht auf dem Schreibtisch stören, aber trotzdem gut zu erreichen sind, wie Schreibtischschubladen. Auf diese Weise kannst du diejenigen Dinge, die sonst unnötigen Raum an deinem Arbeitsplatz fordern, kategorisieren und ihrer Relevanz entsprechend verstauen.

 

Kleiderschrank

Auch der Kleiderschrank beweist sich häufig als Ort, der Ungenutztem als Dauerquartier dient. Wenn du vorhast, auch hier Ordnung zu schaffen und einen Überblick über deinen Besitz zu erhalten, helfen folgende Fragen an dich selbst, eine optimale Entrümpelaktion durchzuführen.

Begebe dich also zu deinem Kleiderschrank oder deine Kommode, nehme dir jedes einzelne Teil daraus zur Hand und stelle dir beim Anblick folgende Fragen. Sie sollen dich dabei unterstützen zu entscheiden, ob das Kleidungsstück bleibt, oder vielleicht aussortiert werden sollte. Denn oft reicht es schon aus, etwas genauer über ein Teil nachzudenken, um herauszufinden, weswegen es sich (noch) in deinem Besitz befindet.

  1. Habe ich dieses Teil in den letzten 6 Monaten angehabt? Ist die Frage nein, behalte ich das Teil, obwohl ich es nicht nutze, vielleicht aus…
  2. … emotionalen Gründen? War es ein Geschenk oder ist es eine Urlaubserinnerung, von dem ich mich bisher nicht trennen wollte?
  3. Finde ich das Teil schön, bereitet es mir Freude?
  4. Wenn ich jetzt einkaufen wäre, würde ich mir dieses Teil kaufen?
  5. Passt mir das Teil überhaupt noch? Passt es überhaupt noch zu mir? Und passt es zu dem Typ Menschen, der ich gerne wäre? Es geht also sowohl um Größe, als auch um eine Stil- und Ausdrucksfrage.

Bei manchen Teilen ist es trotz dieser Fragen schwer zu entscheiden, ob man sie tatsächlich loslassen möchte. Solltest du eine solche Sperre verspüren, versuche folgenden Tipp:

  1. Staple alle Kleidungsstücke, bei denen du unsicher bist, wie nützlich sie dir noch sind und platziere sie in einer nicht einsehbaren Verpackung, z.B. einem Jutebeutel. Lege den Beutel für beispielsweise 3 Monate an einen schwer erreichbaren Ort. Hole den Beutel nach dem Ablauf deiner dir gesetzten Zeit wieder hervor und überlege, ob du die Teile in der vergangenen Zeit gebraucht oder vermisst hattest. Oder gehe noch einen Schritt weiter: Kannst du dich überhaupt daran erinnern, welche Kleidungsstücke sich im Jutebeutel befinden?

Hast du deine Kleider nun in -Behalten und -Aussortiert aufgeteilt, stellt sich die Frage: Was tun mit den ausrangierten Sachen? Auch für diese Frage haben wir Ratschläge:

  1. Organisiere für dich und deine FreundInnen eine Kleidertauschparty. Jeder bringt übrige Kleidungsstücke mit und bedient sich an den aussortierten der anderen. So werden deine Teile und die deiner Gäste weiterverwendet.
  2. Verkaufe deine Klamotten auf einem Flohmarkt. Fudder hat eine Liste von Flohmärkten zusammengestellt, auf denen du deine übrigen Teile zu Geld machen kannst: http://fudder.de/alle-flohmaerkte-in-freiburg–140335440.html
  3. Spende deine Kleider. Immer willkommen sind Kleiderspenden unter anderem bei folgenden Kleiderläden, die gespendete Teile an Bedürftige weitergeben:
  • AWO Kleiderladen – Dreikönigsstraße 9: http://awo-freiburg.de/kinderarmut/sachspenden/kleidung

 

Regale

Regale sind der perfekte Platz, um Besitztümer aus dem Blickfeld zu verlieren. Nicht nur präsentieren sie sich als großzügige Ablagefläche. Auch große wie kleine Gegenstände, seien es Bücher, DVDs, CDs oder Souvenirs, Fotos oder Dinge, die du geschenkt bekommen hast, können darin mir nichts dir nichts verschwinden. Dabei sind viele von diesen Gegenständen bloße Staubfänger, während du andere gerne öfter zur Hand nehmen würdest, wenn sie denn besser auf sich aufmerksam machen würden. P.S.: In die Regalkategorie fallen auch etwaige Küchenregale voller Elektronik oder Badezimmerschränke voll mit Kosmetik oder Schmuck.

Um an dieser Stelle Ordnung zu schaffen, hilft es sich die gleichen Fragen zur Hand zu nehmen, wie beim Kleider aussortieren schon geholfen haben. Hier kann jedoch noch ein Schritt weitergegangen werden.

Also überlege dir erneut:

  1. Habe ich dieses Teil in den letzten 6 Monaten benutzt oder hätte ich es gebrauchen können?
  2. Behalte ich den Gegenstand aus emotionalen Gründen? War es ein Geschenk oder ist es eine Urlaubserinnerung, von dem ich mich bisher nicht trennen wollte?
  3. Finde ich das Teil schön, bereitet es mir Freude?
  4. Wenn ich jetzt einkaufen wäre, würde ich mir dieses Teil kaufen?
  5. Passt der Gegenstand überhaupt noch zu mir? Und passt es zu dem Typ Menschen, der ich gerne wäre? Erneut beschäftigt man sich hier mit einer Stil- und Ausdrucksfrage.
  6. Zusätzlich kann in dieser Kategorie gefragt werden: Habe ich ein Teil, das dem gleichen Nutzen entspricht?

Hast du deine Habseligkeiten durchkämmt und sie mit diesen Fragen sortiert, kannst du dir, bevor sie entsorgt werden, ebenfalls überlegen, sie an Bekannte weiter zu verschenken, sie zu verkaufen oder zu spenden. Bestimmt findet sich jemand, der an dem Gegenstand noch viel Freude haben kann.

Wo die nächsten Flohmärkte stattfinden und wo du deine entrümpelten Sachen spenden kannst, findest du in der Kleiderschrankkategorie.

Für aussortierte Bücher zeigt sich weiterhin die Möglichkeit, sie in einen der vielen öffentlichen Bücherschränke innerhalb Freiburgs zu legen, an welchen sich jeder nach Lust und Laune bedienen darf. So wird deinen Büchern garantiert ein neues Leben geschenkt.

Öffentliche Bücherschränke findest du unter anderem z.B. in der Hofackerstr.:

 

Sonstige Orte:

  • Tennenbacher Platz
  • Klosterplatz, zwischen Schauinslandstraße 41–43
  • Paul-Klee-Straße 8
  • Sedanstraße, neben dem Theater

 

Laptop und Handy

Nicht zu vergessen sind Laptop und Handy, denn auch unsere technischen Begleiter sind oft überladen mit Daten und Informationen. So können sie nicht nur zur Zeitfalle für uns werden, wenn wir mal schnell nach einem bestimmten Bild suchen. Sie können wegen der Fülle an Daten auch unzuverlässiger werden und weniger optimal arbeiten.

Beginne deine Entrümpelungsaktion doch erstmal damit nachzuschauen, ob auf deinem Handy oder Laptop Programme gespeichert sind, die dir nicht mehr nützlich sind. Lösche alle ungebrauchten Apps, Spiele und Programme. Anschließend kannst du andere Bereiche ins Auge fassen, die deine Elektrogerät verlangsamen oder Speicherplatz nehmen. Vor allem Ordner mit Bildern, Videos und Musikdateien bieten sich an dieser Stelle an.

Oftmals kommt es zum Beispiel vor, dass Bilder mehrfach vorhanden sind, dass verschwommene oder nicht gut erkennbare Bilder auf Handy oder Laptop verbleiben oder wir von diesem einen Moment 10 verschiedene Versionen haben. Sind alle Duplikate und halbherzig aufgenommenen Bilder entsorgt, wirst du einen viel besseren Überblick über deine noch vorhandenen Bilder haben.

Auf ähnliche Weise lassen sich Videos ausmisten. Denn mit Videos verhält es sich ähnlich wie bei Bildern; auch sie können verschwommen aufgenommen worden sein, nicht das widergeben, was du filmen wolltest oder mehrfach vorhanden sein. Oder vielleicht wurden dir bestimmte Videos zugeschickt, mit denen du einfach nichts anfangen kannst.

Musikdateien hingegen liegen selten als Duplikate vor. Dennoch findest du sicher Songs, die du nicht mehr regelmäßig hörst. Oder vielleicht hast du dich vor geraumer Zeit für einen Musikstreamingdienst entschieden, sodass du keine eigenen Musikdateien mehr verwendest.

Auch dein E-Mail-Postfach oder andere Plattformen, auf denen du regelmäßig Daten empfängst, sollten bei deiner Ausmistaktion Beachtung finden. Lösche alle Mails, die du weder aus organisatorischen oder emotionalen Gründen benötigst oder sortiere deine Nachrichten in Ordner, um einen besseren Überblick zu erhalten.

 

essen

Ebenfalls lohnt es sich einen Blick in die privaten Essensvorräte zu werfen. Vor allem wenn diese schlecht sichtbar sind (zum Beispiel der hintere Teil deines Kühlschrankfachs), kann man schnell mal den Überblick über das verlieren, was vorhanden ist. Und das ist schade, weil auf diese Weise gute Lebensmittel unangerührt bleiben, bis sie eindeutig nicht mehr genießbar sind.

Also blicke einmal hinter die Kulissen deines Vorratsschranks und miste aus…

  1. …was abgelaufen ist und tatsächlich nicht mehr essbar ist und entsorge es. Ist es aber noch genießbar, findest du vielleicht bei unserer Reihe STUDIWERK AM HERD eine Koch- oder Backidee, mit der du diese Vorräte noch flink verwerten kannst.
  2. …was dir nicht schmeckt oder auf was du keine Lust mehr hast. Diese Sachen kannst du zum Beispiel FreundInnen oder MitbewohnerInnen schenken. Oder stelle es in Freiburgs zahlreiche FairTeiler und lass andere eine Freude daran haben.

Und nun da ausgemistet ist, hast du vielleicht noch Interesse daran, über ein System nachzudenken, dass dir in Zukunft mehr Einblick über deine Essensvorräte erlaubt.

  1. Beispielsweise kannst du eine Liste anfertigen, auf der du regelmäßig dein schnell verderbliches und haltbares Essen notierst. Diese kann analog auf einem Zettel angefertigt, oder digital auf dem Laptop oder Handy geführt werden. Oder du kannst zum Beispiel Nudeln, Reis und andere trockene Lebensmittel in transparente Glascontainer abfüllen, um immer direkt sehen zu können, was sich hinter den häufig bunt verpackten Vorräten verbirgt. So erkennst du auch, wie viel noch jeweils von der ein oder anderen Zutat vorhanden ist.
  2. Eine weitere Idee ist, nur kurz haltbare Lebensmittel wie Obst und Gemüse bereits nach dem Einkauf so vorzubereiten, wie du sie gerne in deinem Essen benutzt. Beispielsweise kannst du die frisch erworbene Paprika in dünne Streifen schneiden, weil du sie in dieser Form gerne snackst und mit ihr dein Curry ergänzt. Genauso kannst du dein gerade gekauftes Bund Bananen in Häppchen schneiden, einfrieren und bei Smoothie- oder Snackbedarf hervorholen. Dieses sogenannte Meal-Prepping erlaubt, auch in Zeiten, in denen es schnell gehen muss, die Vielfalt an Vorräten, die du besitzt, zum Kochen, Snacken oder Backen zu berücksichtigen. Außerdem greift man doch viel lieber auch mal spontan zu, wenn die ganze Arbeit bereits erledigt ist, oder? So können deine Lebensmittel schnell verbraucht werden.

 

Noch nicht genug vom Entrümpeln? Online finden sich weitere Tipps zu den unterschiedlichsten Bereichen, denen du Ausmist-Aufmerksamkeit schenken möchtest.

Was denkst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s