Ich in Europa: Mitten in Freiburg. Mit Bildergalerie

Studierende zeigen, wie sie Europa sehen. Das ist unter anderem die Idee vom 3. International Art Camp an der Pädagogischen Hochschule (PH). Außerdem können die teilnehmenden Studierenden neue Ausdrucksmittel erlernen. Stop Motion Filme animieren, Fotos komponieren, Photoshoppen oder Drohne fliegen sind nur einige davon. Das Art Camp fand vom 6. – 9. Juli statt. Die entstanden Werke werden in Freiburg und Karlsruhe zu sehen sein. In unserer Bildergalerie erhaltet ihr schon einmal einen Einblick.

Katharina steht Modell. Ihre Idee: Populäre Posen von berühmten Persönlichkeiten Europas darstellen. Ob die Idee sich am Ende durchsetzt, bleibt allerdings noch offen.

Katharina steht vor einem Greenscreen, einer grünen Leinwand. Die Lehramtsstudentin trägt ein lilafarbenes Kleid, stützt ihren Kopf auf die Faust wie ein Denker und zieht eine Schnute. Der Spiegel der Kamera klappt mit einem Klickgeräusch hoch, Studiolichter blitzen hell auf, der Spiegel klappt wieder herunter und schon ist Katharina digital auf einer Speicherkarte verewigt. Das alles dauert den Bruchteil einer Sekunde, aber jetzt geht es erst richtig los.

Bis zum 9.7. arbeiten die Studierenden an verschiedenen Projekten zum Thema Europa. Dann sollen die Werke in einer Ausstellung in der Freiburger UB und dem neuen Verwaltungsgebäude des Studierendenwerks in der Basler Straße nahe der Johanniskirche veröffentlicht werden. Das ‚Greenscreen-Projekt‘ wird dort im Foyer zu sehen sein.

Für das ‚Greenscreen-Projekt‘ haben sich alle Teilnehmenden des Art Camps vor der grünen Leinwand ablichten lassen. Diese soll in der digitalen Nachbearbeitung mit Photoshop durch einen anderen Hinergrund ersetzt werden, z.B. durch eine Europaflagge. Wie das geht, erklären die beiden PH-Dozenten Prof. Michael Klant und Raphael Spielmann.

Vincent gibt alles im Fotostudio.

Sie unterrichten neue Medien an der PH und sind selber künstlerisch tätig. Sie leiten das Art Camp, d.h. sie kümmen sich um die Organisation, geben Tipps und vermitteln das technische Know-How. Dabei folgen sie jedoch keinem starren Regelsystem, sondern fördern die Freiheit: „Wir sind in der Kunst und hinterfragen die Regeln“, sagt Michael Klant mit einem Schmunzeln. Schon beim European City Campus (ECC) und dem vergangenen Art Camp war er in leitender Funktion dabei.

Jetzt hilft er den Studierenden die Fotos vor dem Greenscreen zu bearbeiten: Erst wird die Europaflagge eingefügt und dann sollen die einzelnen Personen ineinander gemorpht werden. Das sieht so aus als würde sich eine Person in einem fließenden Übergang in eine andere verwandeln. Wer mit neueren Kinoproduktionen vertraut ist, kennt dieses Verfahren. Um es selber anwenden zu können, lernen die Art Camp Teilnehmenden den Umgang mit der Software Fantamorph.

Wer am Art Camp teilnehmen möchte, muss nicht aus Europa kommen. Imran zum Beispiel kommt aus Pakistan und studiert in Freiburg Global Studies. Er nutzt das Art Camp gerne, um seine Bildbearbeitungsfähigkeiten auszubauen. Seine Mitbewohner hat er alle schon in einem selbsterstellten GIF-Datei verewigt: ein animiertes Bild, das in Endlosschleife läuft. „That’s a tradition in our flat“, sagt er. Nun möchte er aber eine Dokumentation über zwei Afghanen drehen, die in Deutschland leben, hier aber keine Identität haben. Dafür muss er sein Wissen ausbauen. Er hofft, dass das Art Camp ihm dabei hilft.

Auch Nazli nutzt das Art Camp, um sich mit dem Thema Identität auseinanderzusetzen. Als Tochter von türkischen Eltern, die allerdings in Deutschland aufgewachsen ist, verpürte sie schon in ihrer Kindheit einen Identitätskonflikt: „In der Türkei war ich die Deutsche und hier war ich die Türkin“.

Sie möchte darauf hinweisen, dass sich schon innerhalb eines Landes unterschiedliche Kulturen finden, die die Grenzen verwischen – vor allem beim Thema Essen. Sie möchte daher verschiedene Restaurant besuchen und sich dort von einer anderen Teilnehmerin in traditioneller Kleidung fotografieren lassen. Auf die Idee kam sie, weil sie immer in ein türkisches Restaurant geht, wenn sie Heiweh verspürt.

Auch Michael möchte auf die kulturelle Vielfalt in Europa hinweisen. Der gebürtige US-Amerikaner absolviert gerade ein akademisches Jahr in Freiburg und stellte hier fest, dass sein Wissen über Europa einseitig war: „We have certain stereotypes about Europeans“, sagt er über die US-Amerikaner. Diese Stereotype möchte aufbrechen, am liebsten fotographisch. Wie genau er das umsetzen möchte, weiß der Student der Politikwissenschaften noch nicht.

Aber Raphael Spielmann und Michael Klant sind ja auch dafür da, den Studierenden zu helfen, ihre Ideen zu konkretisieren. Als Dozierende für neuen Medien sind sie mit verschiedenen gestalterischen Mitteln vertraut, mit denen sich Projekte realisieren lassen. So verfügt die PH über eine eigene Drohne, die die Dozierenden auch in die Höhe steigen lassen, um den Studierenden diese Technologie nahezubringen.

Im Rahmen des Art Camps sind viele tolle Ideen entstanden. Der Arbeitsstand der Werke ist jedoch unterschiedlich: Während einige schon in die Endproduktion gehen, müssen andere noch in der Folgezeit fertiggestellt werden. Aber die beiden Dozierenden stehen den Studierenden auch über die Tage im Art Camp hinaus als Ansprechpartner und mit Hilfestellung zur Verfügung, sagt Michael Klant. In untenstehender Bildergalerie sind allerdings schon einige Eindrücke der tollen Projekte zu sehen.

Bildergalerie

(zum Vergrößern klicken)

Text: Hanno Müller
Fotos der Bildergalerie: Michael Klant und Raphael Spielmann

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