Black Forest Canyon Hiking Tour – Mit Studitours durch den ersten Schnee des Jahres!

„Verschluckt vom Schwarzwald: Sechs Studierende gehen im ersten Schnee des Jahres verloren!“ So ließe sich reißerisch über die diesjährige Black Forest Canyon Tour berichten. Ganz falsch ist die Schlagzeile nicht – den ersten Schnee und die Vermissten gab es tatsächlich -, aber sie führt in eine falsche Richtung. Wie die Wanderung mit Studitours durch die Wutachschlucht am Sonntag tatsächlich verlief, erfahrt ihr in diesem Artikel.

In den Bergen liegt aufgrund der Höhenmeter häufig früher Schnee als in der Ebene.

Die erste Überraschung des Tages ereilte die Teilnehmenden der Canyon Tour noch bevor die eigentliche Wanderung begann: Der Schwarzwald hatte sich innerhalb kürzester Zeit in eine träumerische Schneelandschaft verwandelt. Schien Freitag noch die Sonne des warmen Spätherbsts, sausten Sonntag ununterbrochen dicke Schneeflocken über die Berge und durch die Täler. Schon von Kirchzarten waren die hohen Gipfel zu entdecken, die sich wie weiße Riesen in den grauen Himmel schoben.

Völlig vorhersehbar verlief dagegen die Anreise zur Wanderroute. Aufgrund der Bauarbeiten an der Höllentalbahn mussten die Wanderlustigen mit dem Schienenersatzverkehr Vorlieb nehmen. Schnaufend schob sich der Bus die engen Serpentinen bei Falkensteig empor und entlud seine Passagiere schließlich in Neustadt. Von Neustart ging es mit einem weiteren Bus nach Rötenbach. Hier sollte die Canyon Tour beginnen.

Thomas und Alexander führten die Studierenden an diesem Tag. Alexander ging an der Spitze der Studierendenschar. Stoisch stapfte er voran, stöberte unter der Schneedecke die Trampelpfade auf und schüttelte den Schnee von tiefhängenden Ästen, die, befreit von der Last, wie der Arm eines Katapults nach oben schnellten. Der gebürtige Russe hat selber in Freiburg studiert und bereicherte die heutige Generation  Studierender an verschiedenen Stellen immer wieder mit kompaktem Wissen über die Landschaft und Gebäude entlang des Weges.

Ausgerüstet mit Regenjacken und -Hosen führen Thomas (links) und Alexander die Studierenden durch die schönsten Schluchten des Schwarzwalds.

Thomas, sein quirliger Konterpart, übersetzte die kleinen Anekdoten ins Englische. Dann standen alle Studierenden in einem Kreis um die beiden Guides. Bildeten die Studierenden aber wieder eine Schlange, die sich entlang der verschlungenen Pfade durch die Schluchten schlängelte, stellte Thomas ihren Schlusspunkt dar. Immer wieder knüpfte er mit den Studierenden Gespräche an und setzte der klirrenden Kälte seine gute Laune entgegen.

 

Durch die Rötenbach- und Wutachschlucht

 

So zog die Gruppe von Rötenbach hinab in die Rötenbachschlucht. Namensgeber dieser Schlucht ist der gleichnamige Wasserlauf, der am Grund der Schlucht Richtung Wutach mäandert. Der Weg durch die Schlucht ist schmal und teilweise felsig. Noch immer fiel Schnee und der ein oder andere setzte seinen Fuß auf eine glitschtige Stelle, rutschte ab und setzte sich unfreiwillig auf den Hintern – meist zur Belustigung der anderen. So gab es zwar keine Abstürze, dafür aber ein paar nasse Hosen.

Yara (Politikwissenschaft) ist in Freiburg aufgewachsen, hat den Schwarzwald aber erst vor kurzem für sich entdeckt.

Durchnässt und durchgefroren gelangte die Gruppe schließlich dorthin, wo der Rotenbach in die Wutach mündet. Die Landschaft weitet sich an der Mündung und unweit der Zuflussstelle standen drei große Nadelbäume, unter denen der Boden noch nicht zugeschneit war. Ein guter Platz zum Rasten, entschied Alexander und so versammelten sich die Studierenden unter dem schützenden Dach aus feinen Nadeln.

Mahube aus dem Iran promoviert in Physik und ist für ein Forschungsvorhaben in Freiburg.

Viele der Studierenden kommen aus dem Ausland: aus Ungarn oder aus Italien, aber auch aus den Niederlanden, dem Iran oder Tadschikistan. Sie fanden immer eine Sprache, in der sie sich unterhalten konnten, tauschten Tee und Kuchen miteinander und boten der Kälte witzelnd die Stirn. Dann verschwanden die Thermoflaschen und Brotboxen wieder in den Rucksäcken. Alexander ging wieder voran und zog die Karawane hinter sich her.

Entlang der Wutach führte der Weg durch die gleichnamige Schlucht und dann hinauf auf das obere Ende einer der steilen Felswände, von wo sich tief in das Tal blicken lässt. Zeit für ein Gruppenfoto: Hinter einem umgefallenen, mit Schnee bedecktem Baumstamm und unter einem Baum, der noch das goldene Laubkleid des Herbsts trug, posierte die versammelte Mannschaft für den Schnappschnuss. Das Bild vor der Kulisse, die verdichtet das surreale Mischwetter zwischen Herbst und Winter ausdrückt, wird die Studierenden für immer an den Ausflug mit Studitours erinnern.

Die Gruppe spaltet sich

 

Es ist früher Nachmittag. Seit acht Uhr morgen sind die Studierenden nun schon unterwegs. Trotz positiver Einstellung und wärmeerzeugender Bewegung dringt die Kälte bei einigen nun doch bis auf die Knochen. Nässe kriecht in die Schuhe. Kleidungsstücke kleben auf der Haut. Alexander stellt die Gruppe vor eine Entscheidung. „In einer Stunde kommt ein Bus“, sagt er: „Der nächste Bus kommt erst zwei Stunden später.“ Schnell ist die Entscheidung gefallen: Die Studis möchten den ersten Bus nehmen. Das heißt aber auch, dass die letzte Strecke im Marschschritt zurückgelegt werden muss.

Schnee ist nicht per se schlecht: Den Teilnehmenden der Canyon Tour boten sich solche schöne Schneelandschaften dar.

Alexander eilt mit großen Schritten voran. Trittsicher folgt ihm ein Teil der Studierenden. Andere wiederum können mit dem Tempo nicht Schritt halten. Wie ein Akkordeon zieht es die Gruppe in die Länge. Thomas, der immer noch den Schlusspunkt der Menschenschlange markiert, schafft es auch nicht, die auseinandergezogene Menschenkette wieder zusammen zu drücken.

Mit ihren fantastischen Wasserfällen ist die Lotenbachklamm zu einem der schönsten Gebiete im Schwarzwald zu rechnen.

Die Zeit rennt. Den wunderschönen Teil der Strecke durch den Lotenbachklamm legen die Studierenden im Eiltempo zurück. Vorbei an wildromantischen Wasserfällen und über simple Holzbrücken treiben den schmalen Pfade empor, der sich entlang der Felswände nach oben windet. Nur noch wenige Meter trennen sie von der Busstation, die gleich oberhalb der Lotenbachklamm liegt. Nur noch wenige Minuten bleiben ihnen, bis der Bus eintrifft.

Aber es hat sich gelohnt. Sie erreichen die Bushaltestelle rechtzeitig. Gerade als der Bus ankommt, taucht Thomas  aus dem Wald auf. Er ist der Letzte gewesen. Hinter ihm können keine Studierenden mehr sein. Alexander wundert sich allerdings: „Sind das alle?“ Schnell ist klar, dass ein Teil der Gruppe abhanden gekommen ist. Elf sind es an der Zahl, wie sich später herausstellt. Sie haben wohl eine falsche Abzweigung genommen.

Wo sie zu diesem Zeitpunkt sind, bleibt jedoch unbeantwortet. So steigt Thomas mit den Studierenden an der Haltestelle in den Bus. Alexander begibt sich stattdessen wieder in die Lotenbachklamm und sucht die Verlorengegangenen. Dass die Black Forest Canyon Tour tatsächlich doch noch so abenteuerlich wird, wie der Name klingt, hat im Vorhinein niemand erwartet.

 

Schönes, warmes Freiburg

 

Die Rückfahrt geht wieder über Neustadt und dauert rund eine Stunde. Froh im warmen Bus zu sitzen, besorgt die Heimfahrenden allerdings das Schicksal ihrer fehlenden Begleiter: Wie konnten sie verloren gehen? Wo sind sie wohl falsch abgebogen? Wo sind sie jetzt? Und wird Alexander sie finden? Thomas versucht Alexander auf dem Handy zu erreichen, aber dieser scheint kein Netz zu haben. Selbst als der erste Teil der Gruppe in Freiburg ankommt, bleibt ungewiss, was mit den Vermissten geschehen ist.

Was sich wie ein großes Abenteuer anfühlt, wird jedoch rasch wieder von der Realität entzaubert. Alexander trifft die Verlorengegangenen kurz nach seiner Suche an der Bushaltestelle, wo die Tour eigentlich enden sollte. Am Abend wird er ein Foto auf Facebook posten, auf dem er zusammen mit den Studierenden zu sehen ist. Das Lachen in ihren Gesichtern erweckt nicht den Eindruck, als würden sie sich groß über den verpassten Bus ärgern. Zwar mit Verzögerung, aber nicht später als in der Beschreibung der Tour angekündigt, erreichen sie Freiburg. So bleibt die diesjährige Black Forest Canyon Tour als eine ganz besondere Tour in Erinnerung.

23 mutige Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf ins Schneegestöber um an einer ganz besonderen Wanderung mit Studitours teilzunehmen.

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