Mit Eucor in Karlsruhe

Dieses Semester sitze ich jeden Dienstag morgens im Zug nach Karlsruhe. Dank EUCOR kann ich Veranstaltungen an den beteiligten Unis in Basel, Strasbourg, an der Universität Hauts-Alsace in Colmar und Mulhouse und eben auch am KIT in Karlsruhe besuchen und sie mir problemlos anrechnen lassen.

Eucor ist ein Modellprojekt für eine europäische Universität. Es gibt universitätsübergreifende Forschungsprojekte, Studiengänge, die das Besuchen von Veranstaltungen unterschiedlicher Eucor-Universitäten erfordern und einen Studentenausweis, der zur Nutzung der Einrichtungen der verschiedenen Universitäten berechtigt. Damit Studierende nicht aus finanziellen Gründen an der Teilnahme an Eucor gehindert werden, gibt es Fahrtkostenzuschüsse für maximal einen Tag in der Woche und wer für ein ganzes Semester an einer anderen Eucor-Universität studieren will, kann an der Zieluniversität ein Wohnheimzimmer mieten.

Mein Weg zu Eucor

Eigentlich wollte ich schon seit einigen Semestern Eucor ausprobieren. Ich hatte mir das Studienangebot der Uni Basel angeschaut und mit sogar schon ein Tagesprogramm zusammengestellt, aber die unterschiedlichen Vorlesungszeiträume wurden problematisch. In Basel beginnt das Herbstsemester Mitte September und endet an Weihnachten, das Frühjahrsemester beginnt im Februar und endet Anfang Juni. Im September kam mir der dringend notwendige Heimaturlaub in die Quere, im Februar saß ich noch an meinen Hausarbeiten und hatte keinen Nerv und keine Zeit, an einem Tag in der Woche nichts zu schreiben. In Karlsruhe sind die Vorlesungszeiten weitgehend genauso, wie in Freiburg, und da meine Französischkenntnisse seit der Schule sehr stark eingerostet sind, war die Entscheidung für Karlsruhe klar.

Im Karlsruher Vorlesungsverzeichnis fand ich auch gleich interessante Veranstaltungen. Weil die Fahrt von Freiburg nach Karlsruhe allerdings mit 2 Stunden viel Zeit kostet, habe ich mich dafür entschieden, nur zwei Veranstaltungen zu besuchen.

Köttbullar in der Mensa am KIT. Mit der KIT-Card kann man die Mensen und die Bibliothek nutzen.

In Karlsruhe muss man sich, um am Eucor Austausch teilzunehmen, über das reguläre Bewerbungsportal anmelden. Da Eucor-Studierende in Karlsruhe als internationale Studierende gelten, muss man dort ggf. eine fiktive, nicht deutsche Staatsbürgerschaft angeben. Die ausgefüllten Formulare müssen anschließend mit Immatrikulationsbescheinigung und Krankenversicherungsnachweiß nach Karlsruhe geschickt werden. Ich war hierbei wieder erstaunlich spät. Exakt eine Woche vor Semesterbeginn habe ich meine Unterlagen zur Post gebracht und ich war sehr erstaunt, als ich pünktlich zu Semesterstart eine Mail mit der Immatrikulationsbestätigung erhielt. Nur wenige Stunden später wurde mir auch ein Uni-Account mit Mailadresse zugewiesen.

Das Belegverfahren hatte zu diesem Zeitpunkt schon geendet. Tatsächlich dauerte das Belegverfahren ganze 27 Stunden und fand Anfang März statt, mittlerweile war Mitte April. Aber nach kurzem Emailaustausch mit den Dozierenden wurde mir die Teilnahme umgehend gestattet und sobald der Uni-Account dafür freigeschaltet war, wurde ich in die Gruppen auf Ilias aufgenommen. Die Veranstaltungen sind in Karlsruhe anders getaktet als hier in Freiburg. Die Pause zwischen den einzelnen Veranstaltungen beträgt 15 Minuten, aber die Dozierenden sind sich darüber bewusst, dass einige Studierenden pünktlich gehen müssen.

Die endlose Raumsuche

An meinem ersten Tag am KIT war ich besonders früh dran, da ich meinen KIT-Ausweis noch in der Bibliothek abholen sollte und ich mir genügend Zeit zur Orientierung einräumen wollte. Diese Zeit war tatsächlich auch notwendig. Das Gebäude, in dem meine Veranstaltung stattfinden sollte, fand ich recht schnell, aber der Raum war nur als Seminarraum angegeben, ohne Stockwerk oder Raumnummer. Ich benötigte mehrere Anläufe und die Hilfe von knapp 10 Studierenden, aber schließlich fand ich auch den Raum.

Dank der Karte war das richtige Gebäude schnell gefunden, nicht hingegen der Veranstaltungsraum.

Als nächstes musste ich mich um die Fahrtkostenrückerstattung kümmern. Die Deadline für die Bewerbung ist im Sommersemester der 30. April, im Wintersemester der 31. Oktober. Zu diesem Datum soll die vermutliche Höhe der anfallenden Fahrtkosten übermittelt werden, die besuchte Universität und die dort besuchten Veranstaltungen müssen angegeben werden. Hierbei ist wichtig anzumerken, dass nur Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln bezuschusst werden. Die Universitäten behalten sich vor, den Fahrtkostenzuschuss im Einzelfall zu prüfen, die Veranstaltungen müssen regelmäßig besucht und die Fahrkarten am Ende des Semesters gesammelt mit dem entsprechenden Formular abgegeben werden. Für die verschiedenen Strecken gibt es verschiedene Maximalbeträge, die pro Tag erstattet werden. Dieser beträgt für Karlsruhe, Mulhouse und Straßburg 25€ und für Basel 10€. Für die Zugfahrt habe ich das Baden-Württemberg-Ticket benutzt und wurde innerhalb eines Semesters an genau einem Tag nicht kontrolliert, einmal wurde ich sogar nach meinem Ausweis gefragt, um diesen mit dem Namen auf meinem Ticket abzugleichen.

Jetzt muss ich nur noch meine Hausarbeiten schreiben und anschließend die ausgefüllten Nachweiße und die Fahrtkostenabrechnung abgeben. Falls du neugierig geworden bist, informiere dich doch weiter auf der entsprechenden Website der Universität.

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