[Stadtgeschichte|City Stories] Die Sage vom Freiburger Erpel | The legend of the Freiburg drake

Beitrag von Theodor Lammich | Article by Theodor Lammich
English Version is below.

Was haben ein Hirsch, ein Erpel und ein Schwabe gemeinsam? Für unsere Region jedenfalls mehr, als man zuerst glauben mag. Als Protagonisten unserer Sagen und Legenden bescheren sie Groß und Klein schon seit Jahrhunderten ein besonderes Stück Kultur. Und da Geschichten davon leben, dass man sie weitergibt, stellen wir euch in unserer Reihe ein paar der schönsten vor. Viel Freude!

What do a deer, a drake and a Swabian have in common? For our region, more than one might think initially. As protagonists of our sagas and legends, they have been bringing a special piece of culture to young and old for centuries. And since stories live from passing them on, we present some of the most beautiful ones in our series. Have fun!

Photo: © Jörgens.Mi/Wikipedia, Licence: CC-BY-SA 3.0, Source: Wikimedia Commons

Der Stadtpark ist einer der gemütlichsten Orte Freiburgs. Junge und alte Leute treffen sich hier, spielen auf der Wiese, ruhen sich aus oder beobachten die Enten im Teich. Eine davon fällt besonders auf. Gemeint ist die Entenstatue, die einen Erpel zeigt, wie er den Hals nach oben reckt und schnattert. Doch was steckt hinter diesem Denkmal?

Es ist der 27. November 1944. Die Welt ist zerstört durch den Krieg, der in Mitteleuropa wütete. In Freiburg selbst war es bisher jedoch relativ ruhig und man wusste auch, dass Freiburg kein strategisches Ziel der Alliierten war. Doch die trügerische Stille wurde plötzlich durchbrochen, als ein Erpel im Stadtpark um kurz vor 8 laut zu Schnattern anfing. Die Bewohner waren irritiert, denn der Erpel hörte nicht auf. Noch nie hatten sie einen Erpel so hysterisch schreien gehört. Verunsichert gingen die Bewohner in ihre Häuser, denn sie wussten, dass etwas Schreckliches passieren wird. Und tatsächlich: nur wenige Minuten nach dem der Erpel die Bewohner gewarnt hatte, schlugen über 14.500 britische Bomben in die Freiburger Innenstadt ein. Über 2.700 Menschen starben und es sollte noch Jahren dauern, bis die Stadt wiederaufgebaut war. Wer weiß, wie viele Opfer es noch mehr gegeben hätte, wenn ein mutiger Erpel die Leute nicht gewarnt hätte?

Zum Dank an diese Heldentat errichtete der Bürgermeister Wolfgang Hoffmann in den 50er Jahren der Ente ein Denkmal. Und auch, wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, erinnert es an eine der dunkelsten Stunden der Freiburger Geschichte und an den berühmtesten gefiederten Sohn der Stadt.


English Version

The city park is one of the coziest places in Freiburg. Young and old people meet here, play in the meadow or watch the ducks in the pond. One of them stands out in particular. It is the duck statue, which shows a drake stretching his neck upwards and cackling. But what is the story behind this monument?

It is November 27, 1944. The world is destroyed by the war that raged in Europe. In Freiburg itself, however, it has been relatively quiet so far and it was also known that Freiburg was not a strategic target of the Allies. But the deceptive silence was suddenly broken when a drake in the city park began to chatter loudly at around 8 o’clock. The inhabitants were irritated, because the drake did not stop. Never before had they heard a drake scream so hysterically. Insecure, the inhabitants went into their houses, because they knew that something terrible would happen. And indeed: only a few minutes after the drake had warned the inhabitants, more than 14,500 British bombs hit the Freiburg city center. Over 2,700 people died and it took years before the city was rebuilt. Who knows how many more victims there would have been if a brave drake had not warned the people?

In gratitude for this heroic deed, the mayor Wolfgang Hoffmann erected a monument to the duck in the 1950s. And even if it doesn’t look like it at first glance, it commemorates one of the darkest hours in Freiburg’s history and the city’s most famous feathered son.

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