RelaxSonntag { Wanderung durch Vauban zum Lorettoberg

ein Beitrag von Juliane

Zeit: 45-90 min, Höhenmeter: 385m

Hast du Lust auf eine kleine Wanderung mitten in Freiburg? Diese Strecke ist perfekt für Anfänger und hat viele kleine Höhepunkte auf dem Weg. Insbesondere den Hildaturm, das Schlosscafe Lorettoberg und natürlich die Weinberge. Also folgt mir auf meinem Weg zum Lorettoberg!

Los geht’s an der Straßenbahnhaltestelle Paula-Moderson-Platz mitten im Herzen von Vauban:

Von hier aus gehe ich Richtung Merzhauser Straße weiter und dann nach rechts Richtung Aldi. Beim Kreisverkehr nach links und man erreicht einen kleinen, schmalen Fußgängerweg.

Hier kommt schon das erste kleine Highlight, links erstreckt sich ein kleiner See. Fast hätte ich ihn übersehen so unerwartet und abgeschottet vom Wald liegt er da.

Weiter geht‘s die Stufen hinauf. Rechts und links viele kleine Blumen und andere Pflanzen, welche von fleißigen Helfern beschriftet worden sind. Es wimmelt nur so von Bienen und auch andere Tiere sind unterwegs: Links begrüßen mich Schafe, welche gemütlich am Rand des Weinberges grasen.

Durch den Zaun ist nun das Heliotrop zu sehen. Das Heliotrop ist ein Drehsolarhaus. Das bedeutet, dass auf dem Dach Solaranlagen angebracht sind und sich das Haus mittels eines Motors dreht, um immer im optimalen Winkel zur Sonne zu stehen, damit so viel Energie wie möglich erzeugt werden kann. Das Haus hat einen unglaublich geringen Energieverbrauch, ist also passend zu Vauban und Freiburg besonders grün!

Um es jetzt etwas spannender zu machen, habe ich euch zwei alternative Routen rausgesucht. Ein Weg ist ein bisschen abenteuerlicher und geht direkt zum Lorettoberg. Der andere ist ein etwas gemütlicher und geht über die Weinberge. Wohin wollt ihr gehen?

Auf geht’s zum Abenteuerweg:

Für diesen Weg geht’s immer weiter die Treppe hoch bis man eine Asphaltstraße erreicht. Von hier aus gehe ich nach links zu einer Kreuzung mit vielen Abgängen. Ich folge dem gelben Pfeil:

Dieser Straße folgend wird der Aufstieg immer anstrengender und die Straße wird schmaler und schmaler bis es nur noch ein kleiner Fußpfad ist. Ein Blick nach links verrät mir, dass ich schon ziemlich weit oben bin.

Und plötzlich hat mich der Wald verschluckt. Der Weg ist kaum noch zu sehen. Rechts und links nur Bäume und Pflanzen. Manchmal hört man hier und da ein Tier rascheln aber sonst ist nichts zu hören. Alle Geräusche der Straße, der Stadt sind plötzlich weg.

Nach einer Weile komme ich zu einer Art Tor. Durch die Äste kann ich ein kleines Feuer erkennen. Was da wohl sein mag?

Überraschung! Mitten im Wald steht ein kleines Camp. Es gibt ein kleines Zelt mit Plane, eine Feuerstelle und hoch oben sogar eine Plattform aus Ästen. An der einen Seite entdecke ich sogar einen kleinen Briefkasten.

Mittendrin sitzt eine Frau am Feuer. Sie erzählt mir, dass sie diesen Ort auch nur zufällig gefunden hat und jetzt hergekommen ist, um ihre alten Schulsachen zu verbrennen, da diese ja sonst nur zuhause rumliegen. Wir beide sind beeindruckt von diesem Camp. Das können sicher keine Kinder gebaut haben.

Weiter folge ich dem Pfad. Nun brauche ich eine App (Komoot), da der Weg langsam kaum noch zu erkennen ist. Aber ich weiß, dass ich richtig bin, da es langsam wieder bergab geht. Immer weiter folge ich dem Pfad bis ich endlich wieder an eine richtige Straße komme.

Ich folge der Kreuzkopfsteige bergab und biege rechts in die Kreuzkopfstraße. An der kleinen Kreuzung mit der Bank in der Mitte biege ich ab in den Kapellenweg.

Nee, ich mags gemütlich:

Für den gemütlichen Weg gehe ich nach rechts durch ein kleines Tor und stehe jetzt mitten auf dem Weinberg. Man hat einen wunderschönen Ausblick über ganz Vauban. Leider wachsen momentan keine Trauben, aber im Herbst gibt es so viele Früchte, dass die Reben Mühe haben ihre Äste oben zu halten. Dann werden sie geerntet und Freiburger Wein wird daraus hergestellt. Unten an der Merzhauser Straße kann man diesen dann kaufen.

Auf der anderen Seite des Weinbergs komme ich zu einem Metalltor mit dem Wort Ausgang. Hierdurch verlasse ich den Weinberg und laufe an ein paar Häusern vorbei, den Kapellenweg entlang. Nach einer Weile komme ich an eine Kreuzung mit einer kleinen Bank in der Mitte. Hier entdecke ich einen Mann, der auf dem Boden hockt. Besorgt frage ich, ob alles in Ordnung ist.

Überrascht dreht der Mann sich um. Er hat eine Wasserflasche in der Hand. Ja natürlich antwortet er und erzählt mir, dass er angehender Botaniker ist und vor einigen Wochen hier eine Pflanze entdeckt hat. Er zeigt auf eine kleine grüne Pflanze, die zwischen den Pflastersteinen wächst.
Weiter erzählt er, dass er sie so gerne bestimmen würde, aber das ginge ohne Blüte leider nur schlecht. Daher kommt er mehrmals die Woche an diese Stelle und gießt die Pflanze, damit sie eines Tages ihre Blüte zeigt und er endlich ihren Namen herausfinden kann.
Wow, das nenne ich Hingabe!

Wir reden noch eine Weile über Pflanzen, dann wünsche ich ihm viel Glück und gehe weiter dem Kapellenweg entlang.

Nun fügen sich der gemütliche Weg und der Abenteuerweg wieder zusammen. Da vorne kann ich schon den Hildaturm entdecken. Der Hildaturm ist aus dem Jahr 1886 und 22,6m hoch also sicherlich die perfekte Aussichtsplattform. Leider ist er momentan wegen Corona geschlossen.

Direkt neben dem Hildaturm stehen einige kleine Häuser. Auch von hier aus hat man schon einen beeindruckenden Blick auf Freiburg. Man kann sogar das Martinstor und das Münster sehen.

Schon ein paar Meter weiter der nächste Höhepunkt: das Schlosscafé Lorettoberg und gleich daneben die Lorettokapelle.

Die Kapelle ist sogar noch älter als der Hildaturm. Sie ist aus dem Jahre 1657 und erinnert an die Schlacht bei Freiburg im Breisgau während des dreißigjährigen Kriegs 1644 zwischen den Bayern und Franzosen.

Direkt vor der Kapelle kann man entlang eines Pfades eine Art Kreuzigungsweg entlanggehen. Alle paar Meter steht hier eine Steinsäule, die über Jesus Kreuzigung erzählen.

Ein bisschen nachdenklich gehe ich weiter den Weg (Bergleweg) entlang und biege nach links in einen abschüssigen Waldweg ein. Der Wald wird hier weniger dicht und ist von einigen Pfaden durchzogen.

Weiter hinten sehe ich eine halb eingestürzte, kleine Höhle aus Pflastersteinen. Wahrscheinlich war das mal eine Art Lager für Steine oder Holz. Ich stelle mir vor, wie Arbeiter hier Steine abgebaut haben und sie mit Pferden und Eseln runter in die Stadt transportiert haben. Wie anstrengend es gewesen sein muss, ohne Autos und Maschinen, große Gebäude zu errichten.

Die Wanderung neigt sich dem Ende zu. Ich komme wieder an eine große Straße, der Schlierbergstraße, und folge ihr nach rechts an ein paar Häusern vorbei. Über die Treppen neben der modernen Petruskirche, komme ich nun wieder unten an der Merzhauser Straße an.

Genau pünktlich zur Abfahrt der Straßenbahn, die grade an der Haltestelle Weddingerstraße hält. Erschöpft, aber glücklich fahre ich wieder zurück nach Hause.

Aber halt! Jetzt seid ihr dran. Schnappt euch eure Turnschuhe und auf geht’s Vauban mal ganz anders zu entdecken. Mit den folgenden Links, könnt ihr genau nachvollziehen wie ich gelaufen bin:

Abenteuerweg

Gemütlicher Weg

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