[Stadtgeschichte|City Stories] Die Sage vom Geheimgang | The legend of the secret passage

Beitrag von Theodor Lammich | Article by Theodor Lammich
English Version is below.

Was haben ein Hirsch, ein Erpel und ein Schwabe gemeinsam? Für unsere Region jedenfalls mehr, als man zuerst glauben mag. Als Protagonisten unserer Sagen und Legenden bescheren sie Groß und Klein schon seit Jahrhunderten ein besonderes Stück Kultur. Und da Geschichten davon leben, dass man sie weitergibt, stellen wir euch in unserer Reihe ein paar der schönsten vor. Viel Freude!

What do a deer, a drake and a Swabian have in common? For our region, more than one might think initially. As protagonists of our sagas and legends, they have been bringing a special piece of culture to young and old for centuries. And since stories live from passing them on, we present some of the most beautiful ones in our series. Have fun!


Das Freiburger Münster steckt voller faszinierender Details. Architektonische Meisterleistungen, die Glaubenskultur der vergangenen Jahrhunderte und nicht zuletzt der geballte Stolz der Freiburger Bürgerschaft treffen sich in dem „schönsten Turm der Christenheit“, wie ihn Kunsthistoriker nennen. Nicht nur einen Besuch sollte man dem Münster abstatten. Und bei jedem dieser Besuche sollte man die Augen offenhalten, wie uns die Sage vom Geheimgang in das Münster erzählt.

Einen solchen Geheimgang schafften vor vielen Jahren die Herzoge von Zähringen, welche ansonsten auf ihrer schönen Burg auf dem Schlossberg verweilten. Dieser Geheimgang führte vom Schlossberg unterirdisch direkt zum Münster, wo sie aus dem Hahnenturm heraufstiegen und sich in einen ihrer reich verzierten Chorstühle setzen konnten. Sie genossen dabei die Sicherheit und die Privatsphäre, die ihnen der Geheimgang gab. Doch das Münster ist nicht der einzige Ort, an den der Tunnel führt. Tatsächlich führt der Weg auch an das Gewölbe, in welchem die uralten und unendlich wertvollen Münsterschätze versteckt werden.

Daher machte sich auch ein Eisenfabrikant auf die Suche nach dem Schatz. Vom Berg aus ist der Tunnel verschüttet. Vom Münster aus soll der Eingang mit einem Stein gekennzeichnet sein. Auf diesem findet sich die Gravur „a. b. c.“. Auf der Suche nach diesem Stein stellte der Eisenfabrikant das gesamte Münster auf den Kopf. Er bohrte und hämmerte im Gotteshaus so lange, bis der Hahnenturm sogar fast baufällig wurde. Da verboten die Geistlichen ihm die Suche nach dem Tunnel. Das machte den Eisenfabrikanten so wütend, dass er selbst im Sterbebett noch erzürnt versicherte, dass er den Stein mit den Buchstaben „a. b. c.“ schon beinahe gefunden hatte.


English Version

The Freiburg Münster is full of fascinating details. Architectural masterpieces, the culture of faith of past centuries and, last but not least, the concentrated pride of the citizens of Freiburg meet in the „most beautiful tower of Christendom“, as art historians call it. You should not visit the cathedral only once. And on each of these visits, one should keep one’s eyes open, as the legend tells us about the secret passage into the cathedral.

Such a secret passage was created many years ago by the Dukes of Zähringen, who otherwise stayed in their beautiful castle on the Schlossberg. This secret passage led underground from the Schlossberg directly to the cathedral, where they could climb up from the Hahnenturm (Rooster Tower) and sit down in one of their richly decorated choir stalls. They enjoyed the security and privacy that the secret passage gave them. But the cathedral is not the only place where the tunnel leads to. In fact, the path also leads to the vault where the ancient and infinitely valuable cathedral treasures are hidden.

That is why an iron manufacturer also set out in search of the treasure. From the mountain the tunnel is buried. From the cathedral the entrance is supposed to be marked with a stone. On it you can find the engraving „a. b. c.“. In search of this stone the iron manufacturer turned the entire cathedral upside down. He drilled and hammered in the church until the Hahnenturm even became almost dilapidated. Then the clergymen forbade him to search for the tunnel. This made the iron manufacturer so angry that even on his deathbed he was still angry and assured them that he had almost found the stone with the letters „a. b. c.“.

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